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Vorwort
Die Schriften des Evangeliums des Johannes werden auf eine spätere Zeit datiert als die anderen drei Evangelien (die sogenannten synoptischen Evangelien), aber dennoch innerhalb des 1. Jahrhunderts. Während des 19. Jahrhunderts versuchten Bibelkritiker zu widerlegen, dass es vor 150 n. Chr. geschrieben wurde, und versuchten somit die Tatsache zu bestreiten, dass Johannes der Autor war. Die Kritiker behaupteten auch, dass das Buch gnostische Philosophie in sich trägt, und deshalb nicht geschrieben werden konnte, bevor der Gnostizismus eine ernsthafte Bedrohung für den Glauben wurde. (Der Gnostizismus war ein philosophisches und religiöses System einer frühen Sekte, die behauptete, dass Wissen statt Glauben der Schlüssel zur Erlösung sei.) Eine derart verdrehte Anschuldigung wurde jedoch längst widerlegt.
Im Gegensatz dazu, bestätigen externe Quellen die Existenz des vierten Evangeliums, und das hohe Ansehen, das es bereits 115 n. Chr. besaß. Ein solcher Beweis entstand durch die Entdeckung eines kleinen Papyrusfragments, das einige Verse aus dem Johannesevangelium (Kapitel 18, Verse 31-33. 37. 38.) enthält. Dieses Fragment ist als Rylands-Papyrus bekannt und wird gemeinhin als P52 bezeichnet. Es wurde paläographisch auf ca. 125 n. Chr. datiert. Dieses Fragment, das zu Beginn des 2. Jahrhunderts in Ägypten gefunden wurde, wird als ein greifbarer Beweis für die frühe und weitreichende Ausbreitung des vierten Evangeliums angesehen. Der berühmte Neutestamentler Adolph Deissmann bestätigt:
„Eine Vielzahl von Hypothesen in Bezug auf einen späten Ursprung des Evangeliums von Johannes, werden bald vergehen, wie Pflanzen aus dem Treibhaus. Im Rylands-Papyrus finden wir einen klar dokumentierten Beweis, dass das Evangelium des Johannes nicht nur während der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts bereits existierte, sondern auch, dass seine Abschriften bereits Ägypten erreicht hatten. Die Entstehung des Evangeliums ist daher in eine viel frühere Zeit zu verlegen.“ – Deutsche Allgemeine Zeitung, 3. Dezember 1935.
Die Schriften des Johannes dienten nicht nur einem bestimmten Zweck unter den frühen Christen. Sie hat den Nachfolgern Christi im Laufe der Jahrhunderte unter den verschiedensten Umständen geistliche Führung, Hilfe und Ermutigung gebracht.
Der Herr „will uns neue Erkenntnisse schenken. Doch diese neuen Erkenntnisse sind in Wirklichkeit wertvolle alte Erkenntnisse, die neu aus dem Wort der Wahrheit herausleuchten. Bis jetzt sehen wir nur einen schwachen Schimmer dessen, was noch auf uns wartet. Noch ziehen wir nicht den größtmöglichen Nutzen aus dem Licht, das der Herr uns bereits geschenkt hat. Weiterführende Erkenntnisse bleiben uns verborgen, weil wir nicht in dem Licht wandeln, das uns schon jetzt den Weg erhellt.
Wir sagen, wir seien die Gemeinde, die die Gebote hält. Dennoch begreifen wir die umfassende und weitreichende Bedeutung des Gesetzes Gottes nicht. Wir verstehen nicht, wie heilig es ist. Viele, die sich als Lehrer der Wahrheit bezeichnen, erfassen nicht wirklich, was sie tun, wenn sie das Gesetz Gottes lehren, denn sie kennen Jesus Christus nicht richtig.“ – Für die Gemeinde geschrieben, Band 1, S. 423.
Möge die Fortsetzung des Studiums in diesem Evangelium uns helfen, Jesus besser kennenzulernen.
Die Sabbatschulabteilung der Generalkonferenz