Geistlicher Blindheit begegnen LEITTEXT: „Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung wider den Geist wird den Menschen nicht vergeben. Und wer etwas redet wider des Menschen Sohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet wider den Heiligen Geist, dem wird‘s nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.“ (Matthäus 12, 31. 32.) Zum Lesen empfohlen: Zeugnisse, Band 2, S. 482-489. „Gott schlägt keineswegs die Augen der Menschen mit Blindheit, er verhärtet auch nicht ihre Herzen, vielmehr sendet er ihnen Licht, um ihre Irrtümer zu berichtigen und sie auf sicheren Wegen zu leiten. Die Zurückweisung dieses Lichtes führt jedoch zur Erblindung der geistlichen Augen und zur Verhärtung des Herzens.“ – Das Leben Jesu, S. 312. 313. 1. Ein erneutes Verhör 01.06. (So) a. Wozu versuchten die Pharisäer den jungen Mann zu zwingen, welchen den Jesus zuvor geheilt hatte, nachdem sie ihn zum zweiten Mal vorgeladen haben? Johannes 9, 24. „Die Pharisäer merkten, dass sie Jesu Wirken der Öffentlichkeit bekanntmachten. Sie konnten das Wunder ja nicht einfach leugnen. Der Blinde war voller Freude und Dankbarkeit. Er bestaunte die wunderbaren Dinge in der Natur und war über die Schönheit des Himmels und der Erde entzückt. Freimütig erzählte er von seinem Erlebnis und wieder versuchten sie, ihn zum Schweigen zu bringen mit den Worten: ‚Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.‘ Das sollte heißen: Behaupte nicht noch einmal, dass dich dieser Mann sehend machte. Das war Gottes Werk!“ – Das Leben Jesu, S. 469. 470. b. Welches unwiderlegbare Argument brachte der junge Mann vor? Johannes 9, 25. 2. Ein erneutes Verhör (Fortsetzung) 02.06. (Mo) a. Was fragten die Pharisäer den jungen Mann, der geheilt wurde, erneut, und was war ihr eigentliches Ziel? Johannes 9, 26. „Darauf fragten [die Pharisäer] ihn erneut: ‚Was tat er dir? Wie tat er deine Augen auf?‘ Mit vielen Worten versuchten sie ihn zu verwirren, so dass er selbst denken sollte, getäuscht worden zu sein. Der Teufel und seine bösen Engel standen den Pharisäern zur Seite. Sie vereinten ihre Kraft und Schläue mit der Vernunft der Menschen, um dem Einfluss Christi entgegenzuwirken. So schwächten sie die zustimmende Meinung, die viele bereits gewonnen hatten.“ – Das Leben Jesu, S. 470. b. Wie antwortete ihnen der junge Mann, und wer stand ihm zur Seite, um ihn zu inspirieren? Johannes 9, 27. „Aber auch die Engel Gottes waren auf dem Plane, um den Mann zu stärken, dessen Augenlicht wiederhergestellt worden war. Die Pharisäer waren sich nicht darüber im Klaren, dass sie es noch mit jemand anderem zu tun hatten als nur mit dem ungebildeten Blindgeborenen. Sie kannten den nicht, mit dem sie sich in einen Streit eingelassen hatten; denn göttliches Licht erleuchtete die Seele des Blindgeborenen. Als diese Heuchler ihn zum Unglauben verführen wollten, half ihm Gott, ihnen durch die Kraft und den Scharfsinn seiner Antwort zu zeigen, dass man ihn nicht einfach umgarnen konnte.“ – Das Leben Jesu, S. 470. c. Wie ist auch uns heute diese Hilfe zugesichert? Lukas 12, 11. 12. „Gehe nun mit deiner Bibel zu Gott, öffne sie vor ihm, und bringe ihm deine Bitten vor. Du wünschst, dass dein Verständnis erquickt wird. Du trachtest nach der Gewissheit, die wahren Grundsätze der Wahrheit zu kennen, damit, wenn du auf Gegner der Wahrheit triffst, du ihnen nicht in deiner eigenen Kraft begegnen musst. Der Engel Gottes wird dir zur Seite stehen und dir darin helfen, jede Frage zu beantworten, die dir gestellt wird. Aber zur selben Zeit wird auch Satan neben deinen Gegnern stehen, um sie dazu zu bewegen Dinge zu sagen, die für dich schwer zu ertragen sind und die dich provozieren, unbedachte Worte zu sprechen. Doch lass deine Unterhaltung so sein, dass Satan keinen Vorteil aus deinen Worten ziehen kann.“ – The Review and Herald, 3. Mai, 1887. 3. Mut vor den willentlich Blinden 03.06. (Di) a. Wie redeten die Pharisäer den geheilten jungen Mann klein, da sie ihn nicht täsuchen konnten? Wie hat sich solch eine Unkenntnis immer wieder im Laufe der Geschichte gezeigt? Johannes 9, 28. 29; 1. Korinther 1, 18. 19. 26-28. „Der Herr hat für seine Gemeinde in jedem Zeitalter eine besondere Wahrheit und eine besondere Aufgabe. Die Wahrheit, welche den weltlich Weisen und Klugen verborgen ist, wird den kindlich Einfältigen und Demütigen offenbart. Sie verlangt Selbstaufopferung, sie hat Kämpfe zu bestehen, Siege zu gewinnen und findet anfänglich nur wenige Verteidiger. Die großen Männer der Welt und eine sich der Welt anpassende Kirche widerstehen ihr und verachten sie… Die großen Leiter religiösen Denkens in diesem Geschlecht verkündigen das Lob derer, welche den Samen der Wahrheit ausgestreut haben und setzen ihnen Gedenksteine. Wenden sich aber nicht manche von diesem Werke ab und treten den noch heute aus demselben Samen hervorsprießenden Keim zu Boden? Der alte Ruf wird auch jetzt wiederholt: ‚Wir wissen, dass Gott mit Mose geredet hat; von wannen aber dieser (Christus, in den von ihm gesandten Boten) ist, wissen wir nicht.‘ (Johannes 9, 29.) Wie vor Zeiten, so werden auch jetzt die besonderen Wahrheiten für diese Zeit nicht bei den kirchlichen Machthabern gefunden, sondern bei Männern und Frauen, welche nicht zu gelehrt oder zu weise sind, um an das Wort Gottes zu glauben.“ – Christi Gleichnisse, S. 77. 78. b. Welches Beispiel können wir aus dem ehrlichen Zeugnis des jungen Mannes ziehen, zusammen mit den Beispielen anderer ehrlicher Christen? Johannes 9, 30-33; Apostelgeschichte 4, 19. 20. „In aller Bescheidenheit und im Geiste der Gnade und Liebe Gottes sollen wir die Menschen darauf hinweisen, dass Gott der Herr Schöpfer Himmels und der Erde und der siebente Tag der Sabbat des Herrn ist. Im Namen des Herrn haben wir voranzugehen, sein Banner zu entrollen und sein Wort zu verteidigen. Befiehlt die Obrigkeit dies zu unterlassen, verbietet sie uns, die Gebote Gottes und den Glauben an Jesu zu verkündigen, dann ist es Zeit, wie die Apostel auszurufen: ‚Richtet ihr selbst, ob es vor Gott recht sei, dass wir euch mehr gehorchen denn Gott. Wir können‘s ja nicht lassen, dass wir nicht reden sollten, was wir gesehen und gehört haben.‘ (Apostelgeschichte 4, 19. 20.)“ – Zeugnisse, Band 6, S. 394. 4. Dunkle Einstellungen, dunkle Taten 04.06. (Mi) a. Was taten die wütenden Pharisäer mit dem jungen Mann, der von seiner Heilung zeugte und dessen Zeugnis sie nicht annehmen wollten? Johannes 9, 34. „Der Mann hatte seine Inquisitoren auf ihrem eigenen Felde geschlagen, und sie kamen gegen seine Beweismittel nicht auf. Die Pharisäer wunderten sich und schwiegen, gebannt von den scharfsinnigen und entschlossenen Worten. Einige Augenblicke herrschte Ruhe. Dann aber rafften die finster dreinschauenden Priester und Rabbiner ihre Gewänder zusammen, als könnten sie sich durch eine Berührung mit ihm anstecken, schüttelten den Staub von ihren Füßen und schleuderten ihm die Anklage entgegen: ‚Du bist ganz in Sünden geboren und lehrst uns?‘ Und sie stießen ihn hinaus.“ – Das Leben Jesu, S. 471.. b. Wie behandelte Jesus, im Gegensatz dazu, den jungen Mann? Johannes 9, 35-38. „Da warf sich der Mann dem Heiland zu Füßen und betete ihn an. Nicht nur hatte er seine natürliche Sehkraft erlangt, auch sein geistliches Verständnis hatte sich entfaltet. Christus war seinem Herzen offenbart worden, und er nahm ihn als den von Gott Gesandten an.“ – Das Leben Jesu, S. 471. c. Erkläre den großen Unterschied zwischen dem Ausschluss aufsässiger Rebellen und dem sturen, blinden Verhalten der Verwerfer Christi, welche Seelen hinauswarfen, die Gott liebevoll gehorchten. 1. Könige 9, 6-9; Matthäus 12, 31. 32; Psalm 11, 3. „[Wycliffe beobachtete, dass] niemand rechtsgültig ausgeschlossen werden könne, es sei denn, er habe sich zuerst die Verdammung Gottes zugezogen.“ – Der große Kampf, S. 84. „Widerstand ist das Schicksal aller, die Gott benutzt, um Wahrheiten, die besonders für ihre Zeit gelten, zu verkündigen. Es gab eine gegenwärtige Wahrheit in den Tagen Luthers – eine Wahrheit, die zu jener Zeit von besonderer Wichtigkeit war; es gibt auch eine gegenwärtige Wahrheit für die heutige Kirche… Wer die Wahrheit für diese Zeit bringt, darf nicht erwarten, eine günstigere Aufnahme zu finden als die früheren Reformatoren. Der große Kampf zwischen Wahrheit und Irrtum, zwischen Christus und Satan wird bis zum Ende der Geschichte dieser Welt an Heftigkeit zunehmen.“ – Der große Kampf, S. 143. 144. 5. Vom Licht gesegnet oder gerichtet 05.06. (Mo) a. Was sagte Jesus über die Folgen seines Wirkens? Johannes 9, 39. „Eine Gruppe Pharisäer hatte sich in der Nähe versammelt. Als Jesus sie sah, kam ihm die gegensätzliche Wirkung, die seine Worte und Werke hervorriefen, zum Bewusstsein… Christus war erschienen, um die Augen der Blinden aufzutun und denen Licht zu schenken, die in der Finsternis weilten. Er hatte sich selbst als das Licht der Welt bezeichnet, und das Wunder, das er soeben gewirkt hatte, bestätigte seine Sendung. Das Volk, das den Heiland bei seiner Ankunft gesehen hatte, empfing eine vollkommenere Offenbarung der Gegenwart Gottes, als sie der Welt je zuvor zuteil geworden war. Die Erkenntnis Gottes wurde umfassender. Doch gerade mit dieser Offenbarung kam das Gericht über die Menschen. Ihr Wesen wurde geprüft und ihr Schicksal entschieden.“ – Das Leben Jesu, S. 471. 472. b. Wie reagierten die Pharisäer auf die Worte Christi? Johannes 9, 40. Wie offenbarte Jesus ihre Schuld für ihre eigene Blindheit, als er sie ansprach? Johannes 9, 41. „Die Offenbarung der göttlichen Macht, die dem Blinden das natürliche und das geistliche Augenlicht geschenkt hatte, ließ die Pharisäer in noch tieferer Finsternis zurück… Hätte Gott es euch unmöglich gemacht, die Wahrheit zu erkennen, dann hättet ihr keine Schuld. Nun aber sprecht ihr: ‚Wir sind sehend.‘ Ihr glaubt, selber sehen zu können, und weist das einzige Mittel zurück, durch das ihr Licht erhalten könntet. Allen, die sich ihrer Not bewusst wurden, brachte Christus unbegrenzte Hilfe. Die Pharisäer wollten ihre Not jedoch nicht eingestehen. Sie weigerten sich, zu Christus zu kommen, und blieben deshalb blind. An dieser Blindheit waren sie selbst schuld. Jesus sagte deshalb zu ihnen: Eure Sünde bleibt.“ – Das Leben Jesus, S. 472. Fragen zur persönlichen Wiederholung 06.06. (Fr)
1. Wovon versuchten die Pharisäer den ehemals blinden Mann zu überzeugen? 2. Wer benutzte die ungläubigen Pharisäer? 3. Wer half dem jungen Mann klare und überzeugende Antworten zu geben? 4. Was geschah, als er mutig und offen Christus bekannte? 5. Erkläre, was wirklich die schlimmste Form der Blindheit ist, und warum? |