Jesus, der gute Hirte LEITTEXT: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für seine Schafe.“ (Johannes 10, 11.) Zum Lesen empfohlen: Das Leben Jesu, S. 473-479. „Christus ist Tür und Hirte zugleich. Er tritt bei sich selbst ein und wird durch sein eigenes Opfer der Hirte der Schafe.“ – Das Leben Jesu, S. 476. 1. Der Dieb und der Hirte 08.06. (So) a. Wie unterschied Jesus zwischen dem Dieb und dem Hirten, und welche geistliche Lehre versinnbildete er damit? Johannes 10, 1. 2. „Christus wandte diese Weissagungen auf sich an und zeigte dadurch den Gegensatz zwischen seinem Charakter und dem Charakter der führenden Juden. Die Pharisäer hatten gerade ein ‚Schaf‘ aus der Hürde getrieben, weil es gewagt hatte, von der Macht Jesu zu zeugen; eine Seele war von ihnen ausgestoßen worden, die der gute Hirte zu sich gezogen hatte. Sie gaben dadurch zu erkennen, wie wenig sie von dem ihnen anvertrauten Werk wussten und wie unwürdig sie des Vertrauens als Hirten der Herde waren. Jesus zeigte den Gegensatz zwischen ihnen und dem Guten Hirten und bedeutete ihnen, dass er selbst der wirkliche Hirte der Herde des Herrn sei.“ – Das Leben Jesu, S. 474. „Christus liebt uns, denn wir sind hilflos und abhängig.“ – Sermons and Talks, Band 1, S. 248. b. Welche Beziehung besteht zwischen den Schafen und ihrem Hirten? Johannes 10, 3. 4. Was machen die Schafe im Angesicht eines Fremden? Johannes 10, 5. 2. Das Tor zur Herde 09.06. (Mo) a. Wie hat Jesus seinen eigenen Gegensatz zu den Pharisäern offenbart? Johannes 10, 7-10. „Christus ist die Tür zum Schafstall Gottes. Durch diese Tür haben von jeher seine Kinder Eingang gefunden. In Jesus – so wie alle Vorbilder ihn zeigten, wie alle Sinnbilder ihn veranschaulichten, wie die Offenbarungen der Propheten ihn darstellten, wie die den Jüngern gegebenen Anweisungen sein Wesen enthüllten – sahen sie ‚Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt‘ (Johannes 1, 29); durch ihn sind sie in die Hürde seiner Gnade eingegangen. Viele haben versucht, den Glauben der Welt auf etwas anderes zu gründen. Die verschiedensten Anschauungen und Lehrsysteme wurden ersonnen, um den Menschen Rechtfertigung und Frieden mit Gott zu vermitteln und sie auf ihre Weise zur Herde Gottes zu bringen. Doch der einzige Weg in den ‚Schafstall Gottes‘ führt über Christus, und alle, die etwas anderes an seine Stelle gesetzt haben, alle, die versucht haben, auf andere Weise in das Reich Gottes zu gelangen, sind nach den Worten des Evangeliums ‚Diebe und Räuber‘. Die Pharisäer waren nicht durch diese Tür hineingegangen; sie waren auf andere Art als Christus in die Hürde eingedrungen und erfüllten nicht die Aufgabe eines guten Hirten. Die Priester und Obersten, die Schriftgelehrten und Pharisäer verdarben die frischen, gesunden Weiden und trübten die Quelle des Lebenswassers. Die Heilige Schrift kennzeichnet genau das Handeln dieser falschen Hirten: ‚Das Schwache stärkt ihr nicht, und das Kranke heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verirrte holt ihr nicht zurück und das Verlorene sucht ihr nicht; das Starke aber tretet ihr nieder mit Gewalt.‘ (Hesekiel 34, 4.)“ – Das Leben Jesu, S. 474. 475. b. Wie unterscheidet sich der wahre Hirte von dem Mietling? Johannes 10, 11-13. „Nicht nur Männer, die predigen können, werden dort gebraucht, sondern auch die, die aus Erfahrung Kenntnisse über das Geheimnis der Gottseligkeit erlangt haben und dem dringenden Bedürfnis der Leute abhelfen können – solche, die die Wichtigkeit ihres Berufs als Diener Jesu erkennen und freudig das Kreuz aufnehmen, das er sie zu tragen gelehrt hat. Es ist sehr wichtig, dass der Prediger viel mit seinen Interessierten in Kontakt ist und dadurch mit den verschiedenen Veränderungen der menschlichen Natur bekannt wird. Er muss das Wirken des Verstandes erforschen, damit er seine Belehrungen dem Verständnis seiner Zuhörer anpassen kann. So wird er jene große Liebe erlernen, die nur diejenigen besitzen, die in die Wesensart und die Bedürfnisse der Menschen eindringen.“ – Diener des Evangeliums, S. 106. 3. Der sinnbildliche gute Hirte 10.06. (Di) a. Welche weitere Eigenschaft des guten Hirten zeigte Jesus? Johannes 10, 14. 15. „So kennt auch der göttliche Hirte die ‚Schafe‘ seiner Herde, die auf der ganzen Welt verstreut leben. ‚Ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide, und ich will euer Gott sein, spricht Gott der Herr.‘ (Hesekiel 34, 31.) Jesus sagt: ‚Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!‘ (Jesaja 43, 1.) ‚Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet.‘ (Jesaja 49, 16.) Der Heiland kennt uns persönlich und hat Mitleid mit unserer Schwachheit. Er kennt uns alle mit Namen. Er kennt das Haus, in dem wir wohnen, jeden Bewohner. Von Zeit zu Zeit gab er seinen Dienern Anweisung, in einer bestimmten Stadt in ein bestimmtes Haus in einer bestimmten Straße zu gehen, um eines seiner Schafe zu finden. Jede Seele ist dem Herrn so gut bekannt, als sei sie die einzige, für die er sein Leben gelassen hat. Jede Not rührt sein Herz, jeder Hilferuf dringt an sein Ohr; er kam, um alle Menschen zu retten. Allen rief er zu: ‚Folget mir nach!‘ Sein guter Geist bewegt die Herzen, dass sie sich entschließen, zu ihm zu gehen. Viele wehren sich, sich zu ihm ziehen zu lassen; doch Jesus weiß sie zu finden. Er kennt auch die willigen Seelen, die freudig bereit sind, sich seinem Hirtenamt anzuvertrauen. Er sagt: ‚Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir.‘ Er sorgt für jedes einzelne, als wäre es allein auf der Welt.“ – Das Leben Jesu, S. 476. 477. b. Für welche anderen Schafe zeigte Jesus Sorge? Johannes 10, 16. „Schmerzlich gedachte der Heiland aller, die von falschen Hirten irregeleitet wurden. Seelen, die er als Schafe seiner Weide sammeln wollte, waren unter Wölfen zerstreut, und er sagte: ‚Ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und auch diese muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden. Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, auf dass ich‘s wieder nehme.‘ (Johannes 10, 16. 17.)“ – Das Leben Jesu, S. 479. „Gott hat in allen Kirchen Juwelen, und wir haben kein Recht, von der bekenntlichen religiösen Welt abfällig zu sprechen. Wir sollten vielmehr in Demut und Liebe allen die Wahrheit bringen, wie sie in Jesus ist. Zeigt den Menschen Frömmigkeit und Hingabe und einen christusähnlichen Charakter, dann wird sie die Wahrheit ansprechen.“ – Bibelkommentar, S. 241. 4. Göttliche Kraft 11.06. (Mi) a. Welche göttliche Macht besaß Jesus, bezeugt durch seine eigenen Worte? Johannes 10, 17. 18. „‚Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, auf dass ich‘s wieder nehme.‘ (Johannes 10, 16. 17.) Er will sagen: Mein Vater hat euch so sehr geliebt, dass seine Liebe zu mir noch stärker wird, weil ich mein Leben zu eurer Erlösung dahingebe. ‚Weil ich mein Leben lasse, auf dass ich‘s wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wiederzunehmen.‘ Als erdgeborener Mensch war er sterblich, als Sohn Gottes aber die Quelle alles Lebens für die Welt. Er hätte der Macht des Todes widerstehen, er hätte sich weigern können, unter die Herrschaft des Todes zu kommen; aber er legte freiwillig sein Leben ab, damit er Leben und Unsterblichkeit ans Licht bringen konnte. Er trug die Sünden der Welt und nahm deren Fluch auf sich; er gab sein Leben dahin, damit die Menschen nicht des ewigen Todes sterben möchten. „Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen ... er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn.‘ (Jesaja 53, 4-6.)“ – Das Leben Jesu, S. 479. b. Was bringt die Menschen dazu, Christus nachzufolgen? Johannes 10, 27; 1. Johannes 4, 10. 19. „Es ist weder Furcht vor Strafe noch Hoffnung auf ewigen Lohn, wodurch die Jünger Christi veranlasst werden, ihm zu folgen. Sie betrachten des Heilandes unvergleichliche Liebe, die sich in seiner irdischen Pilgerschaft von der Krippe in Bethlehem bis zum Kreuz auf Golgatha offenbarte, und sein Anblick ist es, der die Seele anzieht, erweicht und bezwingt. Liebe erwacht in den Herzen der Betrachter. Sie hören seine Stimme und folgen ihm.“ – Das Leben Jesu, S. 477. „Betrachten wir aber Jesu Leben auf Erden, sein Opfer für uns, seinen Dienst im Himmel als unser Fürsprecher, denken wir an die Wohnungen, die er denen bereitet, die ihn lieben, dann können wir nur ausrufen: Welch eine Höhe und Tiefe der Liebe Christi!“ – Das Wirken der Apostel, S. 333. 5. Gewissheit der Erlösung 12.06. (Do) a. Welche Gewissheit gibt Jesus seinen Schafen? Johannes 10, 28. 29. „Obgleich er in die Gegenwart Gottes aufgefahren ist und den Thron des Weltalls mit seinem Vater teilt, hat er doch nichts von seinem barmherzigen Wesen verloren. Noch heute steht sein treues, mitfühlendes Herz dem Weh und Schmerz der Welt offen; noch heute ist seine durchbohrte Hand segnend ausgestreckt über seine Kinder in aller Welt. ‚Sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.‘ Die Seele, die sich Jesus Christus anvertraut hat, bedeutet ihm mehr als die ganze Welt. Er hätte alle Schmerzen und Leiden auf Golgatha erduldet, um nur einen Menschen für sein Reich zu retten. Nie wird er eine Seele verlassen, für die er gestorben ist, es sei denn, dass sie sich selbst von ihm trennt.“ – Das Leben Jesu, S. 478. b. Worauf basiert unsere geistliche Sicherheit und Heilsgewissheit? Römer 8, 31-39. „Christus bittet vor dem Throne Gottes für seine Gemeinde; er bittet für die, die er mit seinem Blut erkauft hat. Weder Jahrhunderte noch Jahrtausende können die Kraft seines Sühnopfers verringern. ‚Weder Tod noch Leben ... weder Hohes noch Tiefes ... kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist‘, nicht, weil wir uns so fest an ihn klammern, sondern weil er uns so fest hält. Hinge unsere Erlösung von unseren eigenen Anstrengungen ab, so könnten wir nicht gerettet werden; aber sie hängt von dem Einen ab, der hinter all den Verheißungen steht. Es mag so scheinen, als klammerten wir uns nur schwach an ihn; doch seine Liebe ist die eines älteren Bruders. Solange wir mit ihm Gemeinschaft aufrechterhalten, kann uns niemand aus seiner Hand reißen.“ – Das Wirken der Apostel, S. 551. Fragen zur persönlichen Wiederholung 13.06. (Fr) 1. Erkläre den Unterschied im Verhalten zwischen einem Hirten und einem Dieb. 2. Durch welches andere Symbol hat sich Jesus dargestellt? 3. Wie gehen wahre Hirten mit ihren Schafen um? 4. Warum folgen Schafe ihrem Hirten, aber nicht einem Fremden? 5. Erkläre, wie wir der Erlösung gewiss sein sollen? |