12. Lektion Sabbat, den 21. Juni 2025


Jesus und Lazarus

LEITTEXT: „Der Tod seiner Heiligen ist wertgehalten vor dem Herrn.“ (Psalm 116, 15.)

Zum Lesen empfohlen: In den Fußspuren des großen Arztes, S. 223-228.

„In Christus ist ursprüngliches, echtes, eigenes Leben… Die Gottheit Christi bedeutet für den Gläubigen die Gewissheit des ewigen Lebens.“ – Das Leben Jesu, S. 523.

1. Die Familie in Bethanien 15.06. (So) 

a. Welche Jünger hatte Jesus in der Stadt Bethanien? Johannes 11, 5.


„Durch ein festes Band der Zuneigung war [Christi] Herz mit der Familie in Bethanien verknüpft, und für einen ihrer Angehörigen vollbrachte er seine wunderbarste Tat.
Im Heim des Lazarus hatte Jesus oft Ruhe gefunden; denn er selbst besaß kein eigenes Zuhause. Er war auf die Gastfreundschaft seiner Freunde und Jünger angewiesen. Oft, wenn er müde war oder ihn nach menschlicher Gesellschaft verlangte, war er froh, in dieses friedevolle Haus entrinnen zu können, hinweg von dem Argwohn und der Missgunst der Pharisäer. Hier wurde er aufrichtig willkommen geheißen, und er erfuhr reine, lautere Freundschaft. Hier konnte er unbefangen und in völliger Freiheit sprechen, und er wusste, dass seine Worte richtig verstanden und gewürdigt wurden.“ – Das Leben Jesu, S. 516.

b. In welcher Art von Heim ist Gott mit seinen erlesensten Segnungen gegenwärtig? Sprüche 3, 33 (letzter Teil).

„Unser Heiland wusste ein stilles Heim und aufmerksame Zuhörer zu schätzen. Er sehnte sich nach menschlichem Mitgefühl, nach Höflichkeit und Zuneigung. Er war stets bereit, jenen, die himmlische Unterweisungen erhielten, große Segnungen zu erweisen.“ – Das Leben Jesu, S. 516.

2. LAZARUS wird krank 16.06. (Mo) 

a. Was unternahmen die Schwestern des Lazarus, als ihr Bruder ernsthaft erkrankte? Welche Antwort erhielten sie? Johannes 11, 1-4.


„Lazarus war plötzlich erkrankt, und seine Schwestern ließen dem Heiland sagen: ‚Herr, siehe, den du lieb hast, der liegt krank.‘ Sie sahen wohl die Heftigkeit der Krankheit, die ihren Bruder ergriffen hatte, doch sie wussten, dass Christus fähig war, alle Arten von Krankheiten zu heilen. Sie glaubten, er würde in ihrem Schmerz mit ihnen fühlen; deshalb erbaten sie nicht seine sofortige Anwesenheit, sondern sandten nur die Vertrauen bekundende Botschaft: ‚Den du lieb hast, der liegt krank.‘ Sie nahmen an, dass er auf ihre Botschaft sofort antworten und, so schnell er Bethanien erreichen könnte, bei ihnen sein würde.
Angstvoll warteten sie auf einen Bescheid von Jesus. Sie beteten und warteten auf ihn, solange noch der Lebensfunke in ihrem Bruder lebendig war. Der Bote kehrte ohne den Heiland zurück; doch er brachte die Nachricht: ‚Diese Krankheit ist nicht zum Tode‘, und die Schwestern klammerten sich an die hoffnungsvollen Worte, dass Lazarus leben werde. Zartfühlend versuchten sie dem Leidenden, der fast ohne Bewusstsein lag, Mut und Hoffnung zuzusprechen.“ – Das Leben Jesu, S. 518.

b. Beschreibe die Worte und Handlungen Christi während der darauffolgenden Tage. Johannes 11, 5-8.

„Während dieser zwei Tage schien Christus die Nachricht ganz vergessen zu haben; denn er erwähnte Lazarus überhaupt nicht. Die Jünger mussten an Jesu Vorläufer, Johannes den Täufer, denken. Sie waren verwundert gewesen, warum Jesus, der die Macht besaß, erstaunliche Wunder zu wirken, es zugelassen hatte, dass Johannes im Gefängnis schmachtete und eines gewaltsamen Todes starb. Warum hatte er nicht Johannes‘ Leben gerettet, wenn er solche Macht besaß? Diese Frage war von den Pharisäern oft gestellt worden; sie sahen darin ein unwiderlegbares Argument gegen den Anspruch Jesu, Gottes Sohn zu sein. Der Heiland hatte seine Jünger warnend auf Schwierigkeiten, Nachteile und Verfolgung hingewiesen. Würde er sie in diesen Schwierigkeiten auch im Stich lassen? Manche fragten sich, ob sie seine Mission etwa missverstanden hätten. Alle waren tief beunruhigt…
Das fragten sich die Jünger, da er jetzt doch nach Judäa ging. Aber die Sorge um ihren Meister und auch um ihr eigenes Schicksal beherrschte nun ihre Gedanken. Sie sahen auf dem Wege, den er einschlug, nichts als Gefahren.“ – Das Leben Jesu, S. 518. 519.

3. ENTTÄUSCHUNG WIRD ZU HOFFNUNG 17.06. (Di) 

a. Welche zeitlose Botschaft können wir aus der Weise entnehmen, wie Christus die komplexe Abfolge der Ereignisse rund um die Krankheit des Lazarus handhabte? Johannes 11, 9. 10.


„Diejenigen, welche Mitarbeiter Christi hätten sein können, jedoch die Boten und ihre Botschaft zurückgewiesen haben, werden ihre Stellung verlieren. Sie werden in Dunkelheit wandeln, ohne zu wissen, worüber sie stolpern. Solche Menschen sind bereit, durch die Täuschungen der letzten Tage irregeführt zu werden. Ihre Gedanken sind mit unbedeutenden Dingen beschäftigt, und sie verpassen die gesegnete Gelegenheit, sich mit Christus zu verbinden, und Mitarbeiter Gottes zu sein.“ – Fundamentals of Christian Education, S. 471.

b. Welche wunderbare Offenbarung gab Jesus seinen Jüngern? Wie verstanden sie jedoch seine Worte? Johannes 11, 11. 12.

„‚Solches sagte er, und danach spricht er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, dass ich ihn aufwecke.‘ Lazarus, unser Freund, schläft. Wie schlicht sind diese Worte! Wieviel natürliche Teilnahme bekunden sie! Die Jünger hatten angesichts der Angst, ihrem Meister könnte auf dem Weg nach Jerusalem etwas zustoßen, die trauernde Familie in Bethanien fast vergessen; Christus aber hatte an sie gedacht. Die Jünger fühlten sich zurechtgewiesen. Zuerst waren sie enttäuscht gewesen, dass Jesus auf die Nachricht der Schwestern nicht schneller reagiert hatte. Sie wollten schon annehmen, dass Jesus Lazarus und seine beiden Schwestern nicht so innig liebte, wie sie geglaubt hatten, sonst wäre er doch mit dem Boten zurückgeeilt. Doch die Worte ‚Lazarus, unser Freund, schläft‘ erweckten in ihnen das rechte Empfinden für sein Handeln, und sie waren überzeugt, dass Jesus seine leidenden Freunde nicht vergessen hatte.“ – Das Leben Jesu, S. 519. 520.

c. Erkläre, welche Bedeutung die Worte Christi tatsächlich hatten. Johannes 11, 13. 14.

„Christus stellt seinen Kindern den Tod als Schlaf dar; ihr Leben ist mit Christus verborgen in Gott, und bis zum Schall der letzten Posaune werden die Gestorbenen in ihm schlafen.“ – Das Leben Jesu, S. 520.

4. Warten, warten, warten 18.06. (Mi) 

a. Warum hielt sich Jesus von Bethanien fern, obwohl er von dem Tod des Lazarus wusste? Johannes 11, 15.


„Über Jesu Worte ‚Lazarus ist gestorben; und ich bin froh ..., dass ich nicht dagewesen bin‘ waren die Jünger verwundert. Hatte Jesus denn absichtlich das Haus seiner Freunde in Bethanien gemieden? Maria, Martha und der sterbende Lazarus schienen einsam und verlassen zu sein; in Wirklichkeit waren sie jedoch nicht allein. Christus sah alles, was sich ereignete, und nach dem Tode des Lazarus stand den verwaisten Schwestern Jesu Gnade bei. Er hatte den Kummer ihrer zerrissenen Herzen gesehen, als ihr Bruder mit seinem starken Feind, dem Tod, rang. Er fühlte ihre Schmerzen, als er seinen Jüngern sagen musste: ‚Lazarus ist gestorben.‘ Doch er durfte nicht nur an seine Freunde in Bethanien denken; er musste auch die Erziehung seiner Jünger berücksichtigen! Sie sollten seine Stellvertreter in der Welt sein, damit des Vaters Segen allen zuteil würde. Um ihretwillen ließ er zu, dass Lazarus starb. Hätte er es verhindert, wäre das Wunder, der stärkste Beweis seines göttlichen Wesens, nicht geschehen.“ – Das Leben Jesu, S. 520. 521.

b. Was sollten wir dadurch erkennen, wie der große Arzt zuließ, dass sein Freund Lazarus so sehr erkrankte, dass er infolgedessen verstarb? 1. Korinther 15, 17-19; Psalm 18, 29.

„Das Werk Christi hörte nicht mit einem Beweis seiner Macht über die Krankheit auf. Er machte jedes Werk der Heilung zu einer Gelegenheit, um die göttlichen Grundsätze seiner Liebe und Güte in die Herzen einzupflanzen.“ – Counsels on Health, S. 249.
„Wäre Christus in Bethanien, im Krankenzimmer des Lazarus gewesen, würde dieser nicht gestorben sein; denn Satan hätte keine Macht über ihn gehabt, und der Tod hätte seinen Pfeil in der Gegenwart des Lebensfürsten nicht auf ihn abschießen können. Deshalb blieb Jesus fern. Er ließ den Feind gewähren, um ihn zurückschlagen zu können, einen besiegten Gegner. Er ließ Lazarus unter die Herrschaft des Todes kommen, und die trauernden Schwestern sahen ihren Bruder ins Grab gelegt. Der Herr wusste, dass ihr Glaube an ihren Erlöser auf eine schwere Probe gestellt wurde, als sie in das tote Antlitz ihres Bruders blickten; er wusste aber auch, dass sie aus dieser Prüfung mit weit größerer Kraft hervorgehen würden. Er ließ sie diese Schmerzen ertragen. Er liebte sie nicht weniger, weil ‚er verzog‘, sondern er wusste, dass es für sie, für Lazarus, für ihn selbst und für seine Jünger einen Sieg zu erringen galt.“ – Das Leben Jesu, S. 521.

5. Nicht immer so, wie wir es erwarten… 19.06. (Do) 

a. Was müssen wir immer in Bezug auf den Tod der getreuen Diener Gottes bedenken, unabhängig davon, wie es dazu kommt? Psalm 116, 15. Nenne einige Beispiele.


„Elisa war es nicht beschieden, seinem Meister im feurigen Wagen zu folgen. Über ihn ließ der Herr eine langwierige Krankheit kommen. Doch während der langen Stunden menschlicher Schwäche und menschlichen Leidens verließ er sich gläubig auf Gottes Verheißungen und blickte stets auf die ihn umgebenden himmlischen Boten des Trostes und des Friedens… sein Glaube [war] zu einem ständigen Vertrauen auf seinen Gott herangereift. Als ihn nun der Tod abrief, war Elisa bereit, von seiner Arbeit auszuruhen.“ – Propheten und Könige, S. 186. 187.

b. Was geschah in Bethanien, bevor Jesus ankam, und wer war auch dort? Johannes 11, 17-19.

„In dem Zögern Christi, zu Lazarus zu kommen, verbarg sich eine Tat des Erbarmens gegen jene, die ihn nicht angenommen hatten. Er zögerte, damit er durch die Auferweckung des Lazarus seinem halsstarrigen, ungläubigen Volk einen weiteren Beweis geben konnte, dass er wirklich die ‚Auferstehung und das Leben‘ war. Er wollte nicht alle Hoffnung für das Volk, für die armen, verirrten Schafe aus dem Hause Israel aufgeben. Sein Herz zerbrach ob ihrer Unbußfertigkeit. In seiner Barmherzigkeit wollte er ihnen deutlich vor Augen führen, dass er der Heiland war, der Einzige, der Leben und Unsterblichkeit geben konnte; er wollte ihnen einen Beweis geben, den die Priester nicht würden missdeuten können. Dies war der Grund seines Zögerns, sofort nach Bethanien zu reisen. Dieses krönende Wunder, die Auferweckung des Lazarus, sollte das Siegel des Allerhöchsten auf sein Werk und seinen göttlichen Anspruch sein.“ – Das Leben Jesu, S. 521. 522.

Fragen zur persönlichen Wiederholung 20.06. (Fr) 

1. Wer waren die Mitglieder der Familie des Lazarus?
2. Warum ging Jesus nicht sofort auf die Bitte seiner Freunde ein?
3. Was war die Reaktion der Jünger auf das Verhalten Christi?
4. Wie sollte der Tod von den Gläubigen in Christus betrachtet werden?
5. Aus welchem Grund ließ Christus zu, dass Lazarus starb?

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