Die Auferstehung und das Leben LEITTEXT: „Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe.“ (Johannes 11, 25.) Zum Lesen empfohlen: Für die Gemeinde geschrieben, Band 1, S. 312-316. „Der Tod ist dem Gläubigen keine sehr wichtige Angelegenheit. Jesus spricht von ihm, als sei er von geringer Bedeutung… Für die Nachfolger Christi ist der Tod nur ein Schlaf, ein Augenblick der Stille und der Dunkelheit. Ihr Leben ist verborgen mit Christus in Gott“ – Das Leben Jesu, S. 789. 1. Jesus in Bethanien 22.06. (So) a. Was tat Martha, als sie erfuhr, dass Jesus nach Bethanien kam, und welche Überzeugung zeigte sie? Johannes 11, 20-22. „Unter den Trauergästen befanden sich Familienangehörige, von denen manche eine hohe, verantwortungsvolle Stellung in Jerusalem bekleideten. Einige von ihnen gehörten zu Jesu ärgsten Feinden; doch Christus kannte ihre Absichten, deshalb zeigte er sich ihnen auch nicht sofort. Die Nachricht von Jesu Kommen wurde der Martha so unauffällig übermittelt, dass die anderen im Raume nichts davon erfuhren… Martha eilte dem Herrn entgegen, und die widerstrebendsten Gefühle bewegten ihr Herz. In den ausdrucksvollen Zügen Jesu las sie die gleiche Zuneigung wie immer. Ihr Vertrauen in ihn war ungebrochen; dabei dachte sie an den geliebten Toten, den Jesus auch liebgehabt hatte. Schmerz erfüllte ihr Herz, weil der Heiland nicht früher gekommen war; dennoch war sie, als sie sagte: ‚Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben‘ (Johannes 11, 21), voller Hoffnung, dass er selbst jetzt noch etwas tun würde, um ihnen zu helfen. Schon zuvor, inmitten des Klagelärms der Trauergäste, hatten die Schwestern diese Worte immer erneut wiederholt. Mit göttlicher und menschlicher Teilnahme blickte Jesus in das betrübte, von Gram gezeichnete Angesicht Marthas. Sie wollte das Vergangene nicht noch einmal erzählen; alles Geschehen drückte sich in den ergreifenden Worten aus: ‚Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.‘ Und während sie in sein liebevolles Antlitz schaute, fügte sie hinzu: ‚Aber auch jetzt noch weiß ich, dass, was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben.‘“ – Das Leben Jesu, S. 522. 523. 2. Die größte Verheißung der Hoffnung 23.06. (Mo) a. Welche Zusicherung erhielt Martha von Jesus? Johannes 11, 23. Was verstand sie darunter? Johannes 11, 24. „Jesus ermutigte ihren Glauben und sagte: ‚Dein Bruder wird auferstehen.‘ Er wollte durch seine Worte in Martha nicht die Hoffnung auf eine sofortige Veränderung erwecken, sondern ihre Gedanken über die gegenwärtige Auferweckung ihres Bruders hinaus auf die Auferstehung der Gerechten lenken. Dies geschah, damit sie in der Auferstehung des Lazarus ein Unterpfand sehen möchte für die Auferstehung aller gerechten Toten und eine Versicherung, dass sie durch die Macht des Heilandes erfüllt würde. Martha antwortete: ‚Ich weiß wohl, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am Jüngsten Tage.‘“ – Das Leben Jesu, S. 523. b. Mit welchen Worten zeigte Jesus Anerkennung für die Überzeugung Marthas? Johannes 11, 25; 1. Johannes 5, 12. „Der Heiland versuchte ihren Glauben in die richtigen Bahnen zu lenken und sprach zu ihr: ‚Ich bin die Auferstehung und das Leben.‘ In Christus ist ursprüngliches, echtes, eigenes Leben. ‚Wer den Sohn hat, der hat das Leben.‘ (1. Johannes 5, 12.) Die Gottheit Christi bedeutet für den Gläubigen die Gewissheit des ewigen Lebens.“ – Das Leben Jesu, S. 523. c. Welche Verheißung ist die Grundlage unserer Hoffnung über das Grab hinaus und wie stand die Überzeugung Marthas in Beziehung zu dem Wunder Christi? Johannes 5, 26; 11, 26. 27. „Christus dachte hier an seine Wiederkunft, wenn die gerechten Toten ‚auferstehen unverweslich‘ und die lebenden Gerechten in den Himmel aufgenommen werden, ohne den Tod zu schmecken. Das Wunder, das Jesus jetzt vollziehen wollte, indem er Lazarus sich vom Tode erheben ließ, sollte die Auferstehung der Gerechten Toten versinnbilden. Durch seine Worte wie auch durch seine Werke kennzeichnete er sich selbst als Urheber der Auferstehung. Er, der selbst bald am Kreuz sterben sollte, stand da mit den Schlüsseln des Todes als Sieger über das Grab und behauptete sein Recht und seine Macht, das ewige Leben zu geben.“ – Das Leben Jesu, S. 523. 3. Jesus weint 24.06. (Di) a. Beschreibe die Taten und Worte der von Trauer erfüllten Maria. Johannes 11, 28-32. b. Was tat Jesus als er Maria und die Juden weinen sah, und warum? Johannes 11, 33-35. „‚Als Jesus sie sah weinen und die Juden auch weinen, die mit ihr kamen, ergrimmte er im Geist und ward betrübt in sich selbst.‘ Er las in den Herzen der Umstehenden, und er erkannte, dass bei manchen nur Schein war, was sich als echter Schmerz zu bekunden schien. Er wusste, dass einige der Begleiter, die hier Trauer heuchelten, binnen kurzem nicht nur ihm, dem mächtigen Wundertäter, nach dem Leben trachteten, sondern auch dem, der erst vom Tode auferstehen würde. Christus hätte ihnen die Maske ihrer gespielten Trauer abreißen können; doch er hielt seine gerechte Entrüstung zurück. Die Worte, die er wahrhaftig hätte sagen können, sagte er nicht, weil von denen, die er liebhatte, jemand schmerzerfüllt zu seinen Füßen kniete, der treu an ihn glaubte. ‚Wo habt ihr ihn hingelegt?‘ fragte er. Da sagte man ihm: ‚Herr, komm und sieh es!‘ Sie gingen gemeinsam zum Grabe. Es war ein trauriges Bild, das sich ihnen bot. Lazarus war sehr beliebt gewesen, und die Tränen der verwaisten Schwestern, die mit zuckendem Herzen um ihn weinten, vermischten sich mit den Tränen jener, die seine Freunde gewesen waren. Angesichts dieses menschlichen Elends und der Tatsache, dass die bekümmerten Freunde über den Verstorbenen klagen konnten, während der Welt Heiland unter ihnen stand, gingen Jesus ‚die Augen über‘. Obgleich er Gottes Sohn war, hatte er doch menschliche Natur angenommen, und er war erfüllt von menschlichem Weh. Sein empfindsames, barmherziges Herz erwacht stets zu echtem Mitgefühl. Er weint mit den Weinenden und freut sich mit den Fröhlichen.“ – Das Leben Jesu, S. 524. 525. c. Wie soll dieser Augenblick im Leben Jesus ein Beispiel für uns sein? Römer 12, 15. „Das wunderbare Vorbild Christi, die unvergleichliche Zärtlichkeit, mit welcher er auf die Gefühle anderer einging, indem er mit den Weinenden weinte und sich mit den Fröhlichen freute, müssen einen tiefen Eindruck auf den Charakter aller machen, welche in Aufrichtigkeit ihm nachfolgen. Sie werden versuchen, durch freundliche Worte und Handlungen den Pfad für müde Füße leicht zu machen.“ – In den Fußspuren des großen Arztes, S. 161. 162. 4. Zusammenarbeit zwischen Gott und Mensch 25.06. (Mi) a. Welche Anweisung gab Jesus den Menschen, die um ihn waren? Johannes 11, 39 (erster Teil). Wie reagierte Martha und was sagte Jesus zu ihr? Johannes 11, 39 (letzter Teil). „Will der Herr ein Werk tun, beeinflusst Satan irgendjemanden, dagegen Einspruch zu erheben. Jesus sagte: ‚Hebt den Stein weg!‘ Bereitet so weit wie möglich meine Aufgabe vor! Aber Marthas bestimmte und ehrempfindliche Art kam jetzt zum Vorschein. Sie wollte den verwesenden Körper ihres Bruders nicht zur Schau gestellt sehen. Dem menschlichen Herzen sind Christi Worte nicht leicht verständlich, und Marthas Glaube hatte die wahre Bedeutung seiner Verheißung nicht begriffen. Der Heiland tadelte Martha, dennoch sprach er ungewöhnlich gütig zu ihr: ‚Habe ich dir nicht gesagt: wenn du glaubtest, so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen?‘ Warum zweifelst du an meiner Macht? Warum willst du meinen Anforderungen widerstreben? Ich gab dir mein Wort, dass du die Herrlichkeit Gottes sehen solltest, so du glauben würdest! Natürliche Hindernisse können das Werk des Allmächtigen nicht aufhalten. Zweifel und Unglauben beweisen keine Demut. Blinder Glaube an Christi Worte entspricht wahrer Demut und echter Selbsthingabe. ‚Hebt den Stein weg!‘ Christus hätte dem Stein gebieten können, dass er sich erhebe, und dieser würde dem Machtwort des Herrn gehorcht haben; er hätte dies auch den Engeln, die ihn umgaben, befehlen können. Auf sein Gebot hin würden unsichtbare Hände den Stein weggewälzt haben; doch sollten Menschenhände dieser Aufforderung nachkommen. Dadurch wollte Christus zeigen, dass die Menschen mit Gott zusammenwirken sollen. Was menschliche Kraft ausführen kann, dazu wird keine göttliche berufen. Gott will auf die Mitarbeit der Menschen nicht verzichten; er stärkt sie und arbeitet mit ihnen zusammen, wenn er sich der seinem Dienst gewidmeten Kräfte und Fähigkeiten bedient.“ – Das Leben Jesu, S. 526. 527. b. Welche Worte Christi tadeln sanft unseren heutigen Unglauben? Johannes 11, 40. „Viele haben keinen lebendigen Glauben, und deshalb sehen sie so wenig von der Kraft Gottes. Ihre Schwäche ist die Folge ihres Unglaubens ... Sie sorgen für sich selbst, planen und überlegen, aber beten wenig und haben wenig wirkliches Gottvertrauen. Sie meinen, dass sie Glauben haben, aber es ist nur eine augenblickliche Regung. Da sie ihr eigenes Bedürfnis und Gottes Willigkeit zu geben, nicht kennen, haben sie keine Ausdauer im Darbringen ihrer Bitten vor Gott.“ – Christi Gleichnisse, S. 143. 5. Jesus erweckt Lazarus 26.06. (Do) a. Welches Gebet sprach Jesus neben dem Grab? Johannes 11, 41. 42. „Der Befehl Jesu ist ausgeführt, der Stein weggerollt. Alles geschieht offen und mit Bedacht, so dass alle sehen können, dass kein Betrug im Spiele ist. Vor ihnen liegt kalt und stumm der Leichnam des Lazarus in seinem Felsengrab. Das Schluchzen der Leidtragenden ist verstummt. Erstaunt und erwartungsvoll umstehen sie das Grab und warten der Dinge, die da kommen sollen… Hier nimmt Jesus erneut Gott als seinen Vater in Anspruch und in vollkommenem Vertrauen erklärt er, Gottes Sohn zu sein.“ – Das Leben Jesu, S. 527. b. Mit welchen Worten erweckte Jesus Lazarus aus dem Tod? Johannes 11, 43. Was geschah sofort danach? Johannes 11, 44. „[Christi] klare, durchdringende Stimme klingt an das Ohr des Toten. Während er spricht, bricht das Göttliche durch seine menschliche Natur hindurch. In seinem Antlitz, das von der Herrlichkeit Gottes erleuchtet ist, liest das Volk die Gewissheit seiner Macht. Jedes Auge ist fest auf den Eingang der Höhle gerichtet, jedes Ohr gespannt, das leiseste Geräusch zu erhaschen. Mit tiefer, schmerzlicher Anteilnahme warten alle auf das Zeugnis der Göttlichkeit Christi, auf den Beweis, der seinen Anspruch, Gottes Sohn zu sein, bekräftigt oder die Hoffnung seiner Anhänger für immer zunichtemacht. Es regt sich in dem stillen Grab, und Lazarus, der tot war, steht im Eingang der Felsengruft… Wieder wurde ihnen vor Augen geführt, dass der Menschensohn mit Gott zusammenarbeitet, um als Mensch für den Menschen zu wirken. Lazarus ist frei und steht vor den Versammelten, nicht als einer, der von Krankheit ausgezehrt ist, mit schwachen, wankenden Gliedern, sondern als ein Mann in den besten Jahren und in der vollen Kraft seiner stattlichen Männlichkeit. Aus seinen Augen blicken Klugheit und Liebe für den Heiland. Anbetend wirft er sich ihm zu Füßen.“ – Das Leben Jesu, S. 528. Fragen zur persönlichen Wiederholung 27.06. (Fr) 1. Beschreibe das Vertrauen, das die Schwestern von Lazarus in Jesus hatten. 2. Welche Verheißung gab Jesus der Martha, Maria und allen Gläubigen? 3. Warum weinte Jesus? 4. Wie wirkte die Menschheit mit der Gottheit in diesem Wunder zusammen? 5. Beschreibe die Taten des Lazarus auf den Ruf Jesu. |