Die Krise in Galiläa LEITTEXT: „Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohnes und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch.“ (Johannes 6, 53.) Zum Lesen empfohlen: Zeugnisse, Band 5, S. 602-610. „Nur der Glaube ist wirklich lebendig, der die Wahrheit so aufnimmt und sich zu eigen macht, bis sie ein Teil des Wesens und die bestimmende Kraft des Lebens und Handelns ist.“ – Zeugnisse, Band 5, S. 604. 1. Leben im Fleisch und im Blut Christi 06.04. (So) a. Welche Wirkung hatten die Worte Christi auf die religiösen Leiter? Johannes 6, 52. Was erklärte er in Bezug auf sein Fleisch und sein Blut? Johannes 6, 53-55. „Doch jetzt riefen die Rabbiner ärgerlich aus: „Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?“ (Johannes 6, 52.) Sie taten so, als verstünden sie seine Worte in dem gleichen buchstäblichen Sinne wie Nikodemus, als dieser fragte: „Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist?“ (Johannes 3, 4.) Bis zu einem gewissen Grade begriffen sie, was Jesus meinte, sie wollten es aber nicht zugeben. Bewusst deuteten sie seine Worte falsch in der Hoffnung, das Volk gegen ihn aufzubringen.“ – Das Leben Jesu, S. 380. b. Was bedeutet es tatsächlich, das Fleisch des Sohnes Gottes zu essen, und sein Blut zu trinken? Johannes 6, 56. 57; 1. Johannes 3, 24; 5, 12. „Christi Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken heißt, ihn als persönlichen Heiland anzunehmen sowie daran zu glauben, dass er uns unsere Sünden vergibt und dass wir in ihm vollkommen sind. Wenn wir mit seiner Liebe verbunden sind, in ihr bleiben, sie in uns aufnehmen, dann werden wir seiner Natur teilhaftig. Was die Speise für den Körper bedeutet, das bedeutet Christus für unser Herz.“ – Das Leben Jesu, S. 381. 2. Das Wort Gottes 07.04. (Mo) a. Mit welcher zusätzlichen Erklärung machte Jesus die Bedeutung seiner Worte noch verständlicher? Johannes 6, 63. „Nahrung nützt uns nichts, wenn wir sie nicht essen und sie dadurch nicht zu einem Bestandteil unseres Leibes wird. Genauso ist Christus für uns wertlos, wenn wir ihn nicht als unsern persönlichen Heiland anerkennen. Eine bloße theoretische Kenntnis wird uns nichts nützen, wir müssen vielmehr von ihm leben, ihn in unser Herz aufnehmen, so dass sein Leben unser Leben wird. Seiner Liebe und Gnade müssen wir ähnlich werden… Das Leben, das Christus der Welt schenkt, ist in seinem Wort enthalten. Durch sein Wort heilte Jesus Kranke und trieb Dämonen aus. Durch sein Wort stillte er den Sturm und weckte Tote auf. Die Menschen bezeugten, dass sein Wort voller Kraft war. Er sprach Gottes Wort, wie er es durch die Propheten und Lehrer des Alten Testaments gesprochen hatte. Die ganze Bibel ist eine Offenbarung Christi, und der Heiland wollte den Glauben seiner Nachfolger deshalb an das Wort binden. Wenn er nicht mehr sichtbar unter ihnen weilte, dann sollte das Wort ihr Kraftquell sein. Wie ihr Meister, so sollten auch sie leben ‚von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht‘. (Matthäus 4, 4.) Wie unser Körper durch Nahrung am Leben erhalten wird, so unser geistliches Leben durch Gottes Wort. Jedes Menschenherz soll aus dem Wort Gottes für sich selbst Leben empfangen. Wie wir um unser selbst willen essen müssen, um ernährt zu werden, so müssen wir uns auch Gottes Wort aus freiem Antrieb zu Eigen machen. Wir sollen es nicht bloß durch die Vermittlung anderer Menschen empfangen, sondern sorgfältig die Bibel erforschen und Gott um die Hilfe des Heiligen Geistes anflehen, damit wir sein Wort auch verstehen. Wir sollten uns einen Vers vornehmen und uns ernsthaft bemühen, den Gedanken zu erfassen, den Gott für uns dort hineingelegt hat. Bei diesem Gedanken sollten wir so lange verweilen, bis wir ihn ganz in uns aufgenommen haben und wir wissen, was der Herr sagt.“ – Das Leben Jesu, S. 381. 382 b. Wie beschreibt der Prophet Jeremia diese Erfahrung? Jeremia 15, 16. „Nehmen wir Gott bei seinem Wort, werden wir sein Heil sehen… Wir müssen Gottes Wort annehmen; wir müssen es essen und ausleben. Es ist das Fleisch und das Blut des Sohnes Gottes. Wir müssen sein Fleisch essen und sein Blut trinken, im Glauben seine geistigen Wesenszüge annehmen.“ – Zeugnisse, Band 6, S. 60. 3. Die Krise in der jungen Gemeinde 08.04. (Di) a. Welche Krise entstand aufgrund der Worte Christi unter seinen Jüngern, und wie ist das für uns heute eine Warnung? Johannes 6, 60. 61. 65. 66. „Diese Prüfung war zu schwer. Die Begeisterung der Menschen, die ihn gewaltsam entführen und zum König machen wollten, erkaltete. Diese Unterredung in der Synagoge, so erklärten sie, habe ihnen die Augen geöffnet. Jetzt seien sie eines Besseren belehrt worden. Für sie waren seine Worte geradezu das Eingeständnis, dass er nicht der Messias sei und dass aus einer Verbindung mit ihm kein irdischer Gewinn erwachsen könne. Seine Wunder wirkende Kraft hatten sie begrüßt; sie waren froh, von Krankheit und Leid befreit zu werden. An seinem aufopfernden Leben wollten sie jedoch nicht teilhaben. Sie kümmerten sich auch nicht um das geheimnisvolle geistliche Reich, von dem er sprach. Die unaufrichtigen und selbstsüchtigen Menschen, die zu ihm gekommen waren, hatten kein Verlangen mehr nach ihm. Falls er seine Macht und seinen Einfluss nicht dazu verwenden würde, sie von den Römern zu befreien, dann wollten sie mit ihm nichts mehr zu tun haben… Die Worte der Wahrheit trennten die Spreu vom Weizen. Viele wandten sich jetzt von Jesus ab, weil sie zu eitel und zu selbstgerecht waren und allzusehr die Welt liebten, um ein Leben der Demut auf sich zu nehmen. Auch heute verhalten sich viele Menschen so. Auch heute werden Mensch so geprüft wie damals die Jünger in der Synagoge zu Kapernaum. Wenn ihnen die Wahrheit nahegebracht wird, so erkennen sie, dass ihr Leben nicht mit dem Willen Gottes übereinstimmt. Sie begreifen zwar, dass sie sich von Grund auf ändern müssten, sind aber nicht bereit, diese selbstverleugnende Aufgabe auszuführen. Deshalb ärgern sie sich, wenn ihre Sünden aufgedeckt werden. Beleidigt wenden sie sich ab, wie damals die Jünger, und murren dabei: ‚Das ist eine harte Rede; wer kann sie hören?‘“ – Das Leben Jesu, S. 383-385. b. Worum bat Christus die übrigen zwölf Jünger, nachdem die anderen ihn verlassen haben? Johannes 6, 67. Wie können wir die weise Antwort des Petrus heute wiederholen? Johannes 6, 68. 69. „Aber durch gute und böse Gerüchte, durch Finsternis und allen Widerstand der Werkzeuge Satans, erstrahlt unentwegt die Sonne der Gerechtigkeit, bezeichnet das Böse, unterdrückt die Sünde und belebt den Geist der Demütigen und Reumütigen. ‚Herr, wohin sollen wir gehen: Du hast Worte des ewigen Lebens.‘“ – Zeugnisse für Prediger, S. 245. 4. Von Jüngern zu offenen Feinden 09.04. (Mi) a. Was können wir allgemein über diejenigen sagen, die sich von Christus abwenden? 1. Johannes 2, 19. Welche enttäuschende Haltung nahmen die unzufriedenen Jünger ein? „Als diese unzufriedenen Jünger sich von Christus abwandten, überkam sie ein anderer Geist. Ihn, der ihnen einst so anziehend erschienen war, fanden sie nicht mehr fesselnd. Sie suchten jetzt seine Feinde auf; denn mit ihnen stimmten sie nun in Gesinnung und Haltung überein. Sie missdeuteten seine Worte, verfälschten seine Aussagen und bestritten seine Beweggründe. Ja, sie unterstützen dies dadurch, dass sie alles sammelten, was gegen ihn verwendet werden konnte. Durch diese falschen Berichte wurde eine Empörung erzeugt, die sein Leben gefährdete.“ – Das Leben Jesu, S. 385. b. Was geschieht mit fleischlich gesinnten Hörern? Römer 16, 17. 18. „Lob und Schmeichelei würden ihnen zusagen, die Wahrheit aber ist ihnen nicht willkommen; sie können sie nicht ertragen. Wenn die Menge nachfolgt, wenn sie gesättigt wird und Triumphgeschrei ertönt, dann schreit sie ihr Lob mit lauter Stimme hinaus. Sobald aber Gottes Geist die Volksmenge durchforscht, ihre Sünden offenbart und sie auffordert, die Sünden abzulegen, dann kehrt sie der Wahrheit den Rücken und folgt Jesus nicht mehr nach.“ – Das Leben Jesu, S. 385. c. Wer vereinte sich innerlich mit den Feinden Jesu, außer derer, die ihn verließen, und wie offenbarte sich diese halbherzige Gefolgschaft? Johannes 6, 70. 71. „Als Jesus in der Schule zu Kapernaum vom Brot des Lebens sprach, ging in Judas eine entscheidende Wandlung vor sich… Judas begriff hier, dass Jesus mehr geistliche als weltliche Güter vermittelte. Er hielt sich für äußerst weitblickend und glaubte zu erkennen, dass der Herr keine weltlichen Ehren annehmen werde und den Jüngern keine angesehene Stellung verschaffen könne. Deshalb beschloss er, sich nur so weit an Christus anzuschließen, dass er sich jederzeit wieder von ihm lossagen konnte. Er nahm sich vor, wachsam zu sein, und das war er auch! Von nun an ließ Judas Zweifel laut werden, die die Jünger verwirrten. Er warf Streitfragen auf und erweckte zwiespältige Empfindungen, indem er die von den Schriftgelehrten und Pharisäern gebrauchten Argumente gegen den Anspruch Jesu wiederholte. Alle kleinen und größeren Unannehmlichkeiten, Nöte und Schwierigkeiten sowie offensichtliche Hindernisse bei der Ausbreitung des Evangeliums deutete Judas als Beweise gegen die Wahrhaftigkeit der göttlichen Botschaft.“ – Das Leben Jesu, S. 714. 715. 5. Den Verräter erkennen 10.04. (Do) a. Beschreibe das Verhalten, das Judas annahm. Johannes 12, 4-6; Sprüche 3, 32. „[Judas] führte Schriftstellen an, die mit den von Christus verkündigten Wahrheiten in gar keiner Verbindung standen. Diese Schriftworte, aus dem Zusammenhang gerissen, beunruhigten die Jünger und vergrößerten die Entmutigung, unter der sie in wachsendem Maße litten. Dieses Vorgehen des Judas geschah dennoch in einer Weise, dass er als äußerst gewissenhaft erschien.“ – Das Leben Jesu, S. 715. b. Welche Verheißung erfüllt sich häufig in unserer christlichen Erfahrung, sogar in Fällen wie dieser Krise in Galiläa? Römer 8, 28. „Als Jesus diese Prüfung durch die Wahrheit vornahm, die so viele seiner Jünger veranlasste, sich abzuwenden, war er sich vorher darüber im Klaren, dass dies das Ergebnis seiner Worte sein würde. Dennoch hatte er sein Gnadenwirken zu erfüllen. Er sah voraus, dass jeder seiner geliebten Jünger in der Stunde der Versuchung eine schwere Prüfung zu bestehen haben würde. Sein Todeskampf in Gethsemane, der Verrat an ihm und seine Kreuzigung mussten für sie eine überaus schwere Prüfung sein. Würde es zuvor keine Erprobung gegeben haben, dann hätten sich viele aus selbstsüchtigen Beweggründen dem Jüngerkreis angeschlossen. Als der Herr in der Gerichtshalle verurteilt wurde, als die Volksmenge, die ihm als König zugejubelt hatte, ihn auszischte und schmähte, als die höhnende Schar schrie: ‚Kreuzige ihn!‘, weil ihr weltlicher Ehrgeiz enttäuscht worden war, hätten diese selbstsüchtigen Nachfolger Jesu die Treue aufgekündigt und dadurch die wahren Jünger zusätzlich zu deren Kummer und Enttäuschung über den Zusammenbruch ihrer schönsten Hoffnungen noch in bittere, belastende Sorge gestürzt. In jener dunklen Stunde hätte das Verhalten jener, die sich von ihm abwandten, andere mitziehen können. Jesus führte deshalb die Entscheidung herbei, solange er durch seine Anwesenheit den Glauben seiner wahren Nachfolger stärken konnte.“ – Das Leben Jesu 387. Fragen zur persönlichen Wiederholung 11.04. (Fr) 1. Wie sollen wir das „Fleisch des Menschensohnes essen und sein Blut trinken“? 2. Was bedeutet es, auf Jesus zu schauen? 3. Warum fühlten sich einige Leute von den Worten Christi angegriffen? 4. Was haben sie danach getan, und wie ist dies eine Warnung für uns? 5. Beschreibe den geistlichen Zustand des Judas nach diesem Ereignis und dessen Wirkung. |