Jesus beim Laubhüttenfest LEITTEXT: „Und sie verwunderten sich seiner Lehre; denn seine Rede war gewaltig.“ (Lukas 4, 32.) Zum Lesen empfohlen: Das bessere Leben, S. 30-32. „Der Heiland kannte die seelischen Bedürfnisse des Volkes und wusste, dass weder Pracht noch Reichtum und Ehre das Herz befriedigen konnten. ‚Wen da dürstet, der komme zu mir!‘ Alle sind willkommen – ob arm oder reich, hoch oder niedrig vor der Welt, bei dem Herrn sind alle gleich herzlich willkommen! Er verheißt durch sein Wort, das beladene Gemüt zu befreien, die Betrübten zu trösten und den Niedergeschlagenen und Verzweifelten neue Hoffnung zu geben.“ – Das Leben Jesu, S. 447. 1. Das Familienleben Jesu 13.04. (So) a. Vor welcher ernsthaften Herausforderung stand Jesus in seinem eigenen Heim? Johannes 7, 5. „Schon sehr bald hatte Jesus seine Charakterbildung in die eigene Hand genommen. Selbst die Achtung vor seinen Eltern und die Liebe zu ihnen brachte ihn nicht vom Gehorsam gegenüber dem Worte Gottes ab. Handelte er anders, als es sonst in der Familie üblich war, so begründete er dies mit einem ‚Es steht geschrieben‘. Der Einfluss der Rabbiner erschwerte jedoch sein Leben. Bereits in jungen Jahren musste er die harte Lektion lernen, zu schweigen und geduldig auszuharren. Seine Brüder, wie die Söhne Josephs genannt wurden, stellten sich auf die Seite der Rabbiner. Sie bestanden darauf, dass die Überlieferungen ebenso befolgt werden müssten wie die Gebote Gottes. Ja, sie schätzten diese Vorschriften sogar höher als Gottes Wort. Jesu klare Unterscheidung zwischen falsch und wahr empfanden sie als großes Ärgernis; seinen strikten Gehorsam gegenüber dem göttlichen Gesetz verurteilten sie als Eigensinn. Sie waren allerdings überrascht, welche Kenntnis und welches Wissen er an den Tag legte, wenn er den Rabbinern antwortete, wussten sie doch, dass er von diesen weisen Männern nicht unterwiesen worden war. Es war vielmehr offensichtlich, dass er selbst sie belehrte. Dass Jesu Ausbildung besser war als ihre eigene, erkannten sie wohl, doch nahmen sie nicht wahr, dass er Zugang zum Lebensbaum besaß, zu einer Erkenntnisquelle, die ihnen fremd war.“ – Das Leben Jesu, S. 69. 70. 2. Die Söhne Josephs 14.04. (Mo) a. Welche Empfehlung bekam Christus im Hinblick auf das jährlich wiederkehrende Laubhüttenfest von seinen Brüdern? Johannes 7, 3. 4. „Seine Brüder hielten es für einen Fehler, dass er sich von den einflussreichen und bedeutenden Männern des Volkes lossagte. Sie glaubten, dass jene Männer im Recht sein müssten, und sie hielten es für tadelnswert, dass Jesus sich im Gegensatz zu jenen befand. Anderseits hatten sie jedoch sein makelloses Leben beobachten können, und wenn sie auch nicht seine Jünger wurden, so war sein Wirken nicht ohne tiefen Eindruck auf sie geblieben. Seine Beliebtheit in Galiläa befriedigte ihren Ehrgeiz, und sie hofften immer noch, dass er einen Beweis seiner Macht geben werde, der auch die Pharisäer davon überzeugen musste, dass er der war, der er zu sein beanspruchte. Was, wenn er wirklich der Messias wäre? Diese Vorstellung erfüllte sie mit stolzer Genugtuung. Dieser Gedanke wurde mit der Zeit immer stärker in ihnen, so dass sie jetzt Christus drängten, nach Jerusalem zu gehen. ‚Zieh doch fort von hier und geh nach Judäa, damit deine Jünger dort deine Werke sehen, die du tust! Denn keiner, der in der Öffentlichkeit etwas gelten will, tut seine Werke im verborgenen. Wenn du also solche Dinge tun kannst, so offenbare dich der Welt!‘ Das ‚Wenn‘ drückte Zweifel und Unglaube aus. Seine Brüder hielten ihn für feige und schwächlich. Wenn er davon überzeugt wäre, der Messias zu sein, warum dann diese merkwürdige Zurückhaltung und Tatenlosigkeit? Besäße er wirklich solche Macht, warum ging er dann nicht kühn nach Jerusalem, um seine Ansprüche geltend zu machen? Warum vollbrachte er nicht auch in Jerusalem solche wunderbaren Werke, wie man von ihm aus Galiläa berichtete? Versteck dich nicht in einsamen Provinzen, sagten sie, sondern lass deine machtvollen Taten zum Nutzen der ungebildeten Bauern und Fischer geschehen. Stelle dich in der Hauptstadt vor, sichere dir den Beistand der Priester und Oberen und einige das Volk durch die Schaffung des neuen Reiches.“ – Das Leben Jesu, S. 442. 443. b. Beschreibe das Problem, dem die Sanftmütigen schon immer gegenüberstanden. Psalm 86, 14. „Die Brüder Jesu urteilten aus selbstsüchtigen Beweggründen, die man so oft in den Herzen derer findet, die sich aus Ehrgeiz immer in den Vordergrund drängen. Dieser Geist beherrschte die Welt. Sie ärgerten sich ferner darüber, dass Christus nicht einen irdischen Thron suchte, sondern sich als das Brot des Lebens bezeichnete. Sehr enttäuscht waren sie, als so viele seiner Jünger ihn verließen. Sie selbst wandten sich von ihm ab, um dem Kreuz zu entfliehen. Und doch mussten sie sich eingestehen, dass seine Werke ihn als Gesandten Gottes offenbaren.“ – Das Leben Jesu, S. 443. 3. Kontroverse über Jesus 15.04. (Di) a. Welche widersprüchlichen Meinungen wurden über Jesus geäußert? Johannes 7, 11. 12. „Von Jerusalem aus hatten sich Jesu Wundertaten überall im Lande herumgesprochen und waren bis zu den verstreut lebenden Juden gedrungen. Obgleich er schon seit Monaten nicht mehr an den Festen teilgenommen hatte, fand sich sein Name in aller Munde. Ein großer Teil der Festbesucher aus allen Teilen der damaligen Welt war in der festen Hoffnung in Jerusalem erschienen, Jesus hier zu sehen. Schon zu Beginn des Festes fragten sie nach ihm. Auch die Pharisäer und Obersten warteten auf sein Erscheinen und hofften auf eine Gelegenheit, ihn endlich verurteilen zu können. Eifrig forschten sie überall: ‚Wo ist der?‘ Aber niemand wusste es. Viele Juden beschäftigten sich in Gedanken unaufhörlich mit Jesus. Nur die Furcht vor den Priestern und Obersten hinderte sie, ihn als den Messias auszurufen und sich zu ihm zu bekennen. Heimlich unterhielt man sich über ihn, und während viele ihn als den von Gott Gesandten verteidigten, brandmarkten andere ihn als Betrüger.“ – Das Leben Jesu, S. 444. 445. b. Wie brachte Jesus die widersprüchlichen Meinungen in Bezug auf ihn zum Verstummen? Johannes 7, 14-18; Lukas 4, 32. „Mitten in der Festwoche, als die Erregung bezüglich seiner Person den Höhepunkt erreicht hatte, betrat Jesus den Tempelhof. Im Volke hatte man bereits behauptet, er wage es nicht, sich in die Gewalt der Priester und Obersten zu begeben, da er nicht zum Fest erschienen sei. Nun war man überrascht. Der Lärm des Festes verstummte – alle bewunderten die königliche Anmut und Würde seines Auftretens und seinen Mut, sich angesichts seiner mächtigen Feinde, die ihm nach dem Leben trachteten, so frei zu zeigen. So stand Jesus im Brennpunkt der Aufmerksamkeit aller, die im Tempel waren. Er redete zu ihnen, wie noch nie ein Mensch zu ihnen geredet hatte. Seine Worte bewiesen eine Kenntnis des Gesetzes und der jüdischen Einrichtungen, des Opferdienstes und der Lehren der Propheten, welche die der Priester und Rabbiner weit übertraf. Er durchbrach die Schranken des starren Formenwesens und der Überlieferungen; die Zukunft schien ihm enthüllt. Mit der Bestimmtheit eines Menschen, der das Unsichtbare wahrnimmt, sprach er von irdischen und himmlischen, von menschlichen und göttlichen Dingen. Seine Worte waren sehr klar und überzeugend. Wie in Kapernaum wunderte sich das Volk über die Kraft seiner Lehre, ‚denn er predigte in Vollmacht‘. (Lukas 4, 32.) … Alle wunderten sich über seine tiefe Kenntnis des Gesetzes und der Propheten.“ – Das Leben Jesu, S. 445. 446. 4. Hass gegen den Heiligen 16.04. (Mi) a. Was nahm Jesus bei den Rabbinern wahr und welche Frage stellte er ihnen? Johannes 7, 19. „Jesus bewies den Rabbinern seine Gottheit, indem er ihnen ihre Gedanken offenbarte. Seit der Heilung am Teich Bethesda hatten sie seinen Tod beschlossen. Sie brachen damit selbst das Gesetz, das sie zu verteidigen vorgaben. ‚Hat euch nicht Mose das Gesetz gegeben?‘ fragte er sie. ‚Und niemand unter euch tut das Gesetz. Warum suchet ihr mich zu töten?‘“ – Das Leben Jesu, S. 449. b. Wessen beschuldigten ihn die Rabbiner in ihrer Antwort, und was entgegnete er ihnen? Johannes 7, 20-23. „Der Heiland überging diese boshafte Verdächtigung [das seine wunderbaren Werke von einem bösen Geist hervorgerufen wurden] und erklärte ihnen, dass die Heilung am Teich Bethesda durchaus mit dem Wesen des Sabbatgebotes übereinstimmte und auch durch die jüdische Auslegung des Gesetzes gerechtfertigt war. Er sagte ihnen: ‚Mose hat euch doch gegeben die Beschneidung – nicht dass sie von Mose kommt, sondern von den Vätern –, und ihr beschneidet den Menschen auch am Sabbat.‘ (Johannes 7, 22.) Nach der Vorschrift des Gesetzes musste jeder Knabe am achten Tage beschnitten werden; auch wenn dieser achte Tag auf einen Sabbat fiel, genügten die Juden dem Gesetz. Wieviel mehr musste es nun mit dem Wesen des Gesetzes übereinstimmen, ‚den ganzen Menschen‘ am Sabbat gesund zu machen!“ – Das Leben Jesu, S. 449. 450. c. Erkläre die tiefe Bedeutung der nächsten Warnung Christi. Johannes 7, 24. „Die Obersten mussten schweigen; aber viele aus der Menge sprachen: ‚Ist das nicht der, den sie suchen zu töten? Und siehe, er redet frei, und sie sagen ihm nichts. Sollten unsre Obersten nun wahrhaftig erkannt haben, dass er der Christus sei?‘“ – Das Leben Jesu, S. 450. „[Christus] schaut nicht auf die äußerliche Erscheinung. Er richtet nicht, wie Menschen es tun. Er bewertet den Wert eines Menschen nicht nach seinem Rang, Talent, seiner Bildung oder Stellung in der Gesellschaft. Er sagt ‚Ich sehe aber an den Elenden und der zerbrochenen Geistes ist und der sich fürchtet vor meinem Wort.‘“ – The Signs of the Times, 21. Oktober 1897. 5. menschliches Gegen göttliches Urteil 17.04. (Do) a. Wie beschreibt die Schrift den geistigen Zustand der Gesellschaft in dieser Welt, wie so oft in den vergangenen Zeiten, aber auch besonders heute? Jesaja 59, 14. 15. „Die Werkzeuge des Bösen vereinigen und festigen ihre Streitkräfte. Sie stärken sich für den letzten großen Entscheidungskampf. Bald werden große Veränderungen in der Welt stattfinden, und die Schlussereignisse werden sehr schnell ablaufen… Es ist dem Feind gelungen, das Recht zu verdrehen und der Menschen Herzen mit dem Verlangen nach eigennützigem Gewinn zu erfüllen… Während die Schreie einer hungernden Menschheit zu Gott emporsteigen, häufen einige durch jede Art von Bedrückung und Erpressung ungeheuere Reichtümer auf.“ – Zeugnisse, Band 9, S. 16. b. Warum können wir inmitten des Aufruhrs den Wegen Gottes vertrauen? Jesaja 55, 8. 9. „Obwohl der beschränkte menschliche Verstand unzulänglich ist, den Rat des Ewigen zu erforschen oder das Ende seiner Absichten völlig zu verstehen, so liegt es doch häufig an einem Irrtum oder einer Vernachlässigung seitens der Menschen, dass sie die Botschaften vom Himmel so unklar erfassen. Häufig sind die Gemüter, sogar die der Knechte Gottes, durch menschliche Anschauungen, Satzungen und falsche Lehren so verblendet, dass sie die großen Gedanken, die er in seinem Wort offenbart hat, nur teilweise begreifen können.“ – Der große Kampf, S. 347. 348. „Gottes Ideal für seine Kinder ist höher, als die erhabensten menschlichen Gedanken reichen. In seinem heiligen Gesetz finden wir eine Abschrift seines Charakters.“ – Zeugnisse, Band 8, S. 73. Fragen zur persönlichen Wiederholung 18.04. (Fr) 1. Beschreibe das häusliche Umfeld, in dem Jesus aufwuchs. 2. Wie wiederholt sich die von den Brüdern Christi an den Tag gelegte Einstellung häufig auch heute? 3. Welche widersprüchlichen Meinungen wurden über Jesus verbreitet? 4. Erkläre den Geist, den die Rabbiner gegenüber Jesus offenlegten. 5. Beschreibe den großen Gegensatz zwischen den Wegen des Menschen und den Wegen Gottes. |