„So verdamme ich dich auch nicht“ LEITTEXT: „So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige hinfort nicht mehr.“ (Johannes 8, 11 letzter Teil.) Zum Lesen empfohlen: Zeugnisse, Band 2, S. 78-82. „Die christliche Liebe hält sich zurück im Tadeln, nimmt aber schnell echte Reue wahr. Sie ist immer bereit, dem Irrenden zu vergeben, ihn zu stärken, auf den Pfad der Gottesfurcht zu bringen und darauf zu erhalten.“ – Das Leben Jesu, S. 457. 1. Eine Falle für Jesus 27.04. (So) a. Was taten die Pharisäer und Schriftgelehrten während Jesus im Tempel lehrte? Johannes 8, 2. 3. „[Christus] wurde aber bald unterbrochen. Einige Schriftgelehrte und Pharisäer näherten sich ihm und zogen eine von Schrecken ergriffene Frau mit sich. Mit roher Gewalt zwangen sie die Frau vor Jesus und klagten sie mit harten, eifernden Worten der Übertretung des siebenten Gebotes an.“ – Das Leben Jesu, S. 454. b. Welche Frage stellten die Pharisäer Christus, unter dem Vorwand große Achtung vor dem Gesetz zu haben, und was war ihr wahrer Beweggrund? Johannes 8, 4-6 (erster Teil). „Ihre gespielte Hochachtung sollte eine schlau angelegte Verschwörung zu seiner Vernichtung verbergen. Sie hatten diese Gelegenheit ergriffen, um seine Verurteilung sicherzustellen, dachten sie doch, sie würden auf jeden Fall eine Ursache finden, ihn anzuklagen, ganz gleich, welche Entscheidung Jesus treffen sollte. Spräche er die Frau frei, würden sie ihn der Missachtung des mosaischen Gesetzes beschuldigen. Erklärte er sie dagegen des Todes würdig, dann könnten sie ihn bei den Römern anklagen, dass er sich eine Amtsgewalt anmaße, die nur ihnen zustehe.“ – Das Leben Jesu, S. 454. 455. 2. Das wahre Bild offenbart 28.04. (Mo) a. Wie antwortete Christus auf die Falschheit der Pharisäer? Johannes 8, 6 (letzter Teil). „Jesus schaute um sich – er sah das zitternde Opfer in seiner Schande und die strengblickenden Würdenträger, bar jedes menschlichen Erbarmens. In seinem reinen Sinn fühlte er sich angewidert von diesem Schauspiel. Er wusste ganz genau, warum diese Angelegenheit ihm vorgetragen worden war. Er las in den Herzen und kannte den Charakter sowie die Lebensgeschichte eines jeden in seiner Nähe. Diese angeblichen Hüter der Gerechtigkeit hatten selbst die Frau zur Sünde verleitet, um ihn zu fangen. Ohne auf die Frage der Juden einzugehen, bückte sich Christus, schaute lange zu Boden und begann in den Sand zu schreiben.“ – Das Leben Jesu, S. 455. b. Wie zeigte Jesus, dass die Ankläger selbst nicht ohne Sünde waren, und was taten sie daraufhin? Johannes 8, 7-9. „Die Ankläger aber waren geschlagen; das Gewand ihrer erheuchelten Frömmigkeit war von ihnen gerissen. Nun standen sie schuldig und überführt im Angesicht des gerechten Richters. Sie zitterten vor Furcht, dass ihr sündhaftes Treiben dem ganzen Volk bekannt werden könnte, und schlichen nacheinander mit gebeugtem Haupt und niedergeschlagenen Augen davon; die Ehebrecherin aber überließen sie dem barmherzigen Heiland.“ – Das Leben Jesu, S. 456. c. Was sollten wir allgemein aus den Worten Jesu an die Ankläger lernen? Lukas 6, 42. „Es gibt solche, die vorschnell bereit sind, Dinge zu reformieren, die sie falsch dünken. Sie glauben, dass man sie wählen sollte, den Platz derer einzunehmen, die Fehler begingen. Sie unterschätzen, was diese Arbeiter geleistet haben, während andere zusahen und tadelten. Durch ihre Handlungsweise sagten sie: ‚Ich kann große Dinge tun. Ich kann das Werk erfolgreich voranbringen.‘ Zu solchen soll ich sagen: ‚Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet.‘ (Matthäus 7, 1.) Ihr möchtet vielleicht in gewissen Dingen Fehler vermeiden, aber in anderen Dingen seid ihr geneigt, schwerwiegende Schnitzer zu machen, die kaum zu berichtigen sind und das Werk in Verwirrung bringen würden. Diese Fehler mögen größeren Schaden anrichten als die, welche eure Brüder machten.“ – Zeugnisse, Band 7, S. 262. 3. Eine unerwartete Tat 29.04. (Di) a. Welche Frage stellte Jesus der Frau, nachdem ihre Ankläger weggegangen waren, und wie beeinflusste seine Art, mit der Situation umzugehen, ihr Leben? Johannes 8, 10. 11. „Das Weib hatte vor Jesus gestanden, vor Furcht eingeschüchtert. Seine Worte: ‚Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie‘, hatten ihr wie ein Todesurteil geklungen. Sie wagte nicht, ihre Augen zu dem Angesicht des Heilandes zu erheben, sondern erwartete schweigend ihr Schicksal. Erstaunt sah sie dann ihre Verkläger schweigend und bestürzt davongehen und dann klangen die Worte der Hoffnung an ihr Ohr: ‚So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige hinfort nicht mehr.‘ Ihr Herz schmolz, sie warf sich voll dankbarer Liebe Jesus zu Füßen und bekannte mit bitteren Tränen ihre Sünden. Dies war für sie der Anfang eines neuen Lebens, eines Lebens der Reinheit und des Friedens, Gott geweiht. In der Aufrichtung dieser gefallenen Seele vollbrachte Jesus ein größeres Wunder als in der Heilung der schrecklichsten körperlichen Krankheit; er heilte die Krankheit der Seele, welche zum ewigen Tode führt. Dies reuige Weib wurde eine seiner treuesten Nachfolgerinnen. Mit selbstaufopfernder Liebe und Hingebung vergalt sie seine vergebende Gnade. Die Welt hatte für dies irrende Weib nur Verachtung und Zorn; aber der Sündlose hatte Mitleid mit ihrer Schwäche und reichte ihr eine helfende Hand. Während die heuchlerischen Pharisäer sie verdammten, sprach Jesus zu ihr: ‚Gehe hin, und sündige hinfort nicht mehr.‘“ – In den Fußspuren des großen Arztes, S. 91. „Dass Jesus der Frau vergab und sie ermutigte, ein besseres Leben zu führen, wirft auf die vollkommene Gerechtigkeit seines Wesens ein helles Licht. Er hat weder die Sünde gutgeheißen noch die Größe der Schuld verringert; doch er wollte nicht verdammen, sondern retten. Die Welt hatte für dieses irrende Menschenkind nur Hohn und Verachtung, aber Jesus spricht Worte des Trostes und richtet auf, was gefallen ist.“ – Das Leben Jesu, S. 456. 457. b. Beschreibe die Wirkung der rettenden Gnade Christi. Lukas 7, 37-40. 47. 48. „Jesus kennt die Umstände einer jeden Seele. Je größer des Sünders Schuld ist, desto nötiger hat er den Heiland. Sein Herz voll göttlicher Liebe und Mitleid fühlt sich am meisten zu dem hingezogen, der am hoffnungslosesten in die Schlingen des Feindes verstrickt ist. Er hat mit seinem eigenen Blute die Freilassungsurkunde des Menschengeschlechtes unterzeichnet.“ – In den Fußspuren des großen Arztes, S. 91. 92. 4. Trost breitet sich aus 30.04. (Mi) a. Was sollte unsere Einstellung charakterisieren, vor allem in Bezug auf andere, und wie nur ist das möglich? 2. Korinther 1, 3-5. „Äußere Umstände haben nur wenig Einfluss auf die Erfahrungen der Seele. Der Geist, den wir pflegen, gibt all unserem Tun die Färbung. Einen Menschen, der mit Gott und Mitmenschen Frieden hat, kann man nicht unglücklich machen. Neid wird in seinem Herzen nicht aufkommen, übler Argwohn findet dort keinen Raum, Hass kann es da nicht geben. Ein Herz, das im Einklang mit Gott steht, ist über die Ärgernisse und Prüfungen dieses Lebens erhaben.“ – Zeugnisse, Band 5, S. 515. „Jesus wurde durch Leiden befähigt, ein Tröster zu sein; alle Not der Menschheit hat auch ihn gequält, und ‚worin er selber gelitten hat und versucht ist, kann er denen helfen, die versucht werden‘. (Hebräer 2, 18; Jesaja 53, 10.) Hierzu sind aber auch alle berufen, die in die Gemeinschaft seiner Leiden treten.“ – Das bessere Leben, S. 15. b. Beschreibe die einzigartige Hoffnung und das Vorrecht, welches wir haben, in den Fußstapfen Christi zu folgen. 2. Korinther 1, 6. 7. „Empfindest du es nicht als Ehre, Teilhaber der Leiden Christi zu sein; fühlst du dich nicht für Menschen verantwortlich, die zu verderben drohen; bist du nicht zu Opfern bereit, damit Mittel für die notwendigen Aufgaben vorhanden sind, dann hast du keinen Raum im Reiche Gottes. Wir müssen bei jedem Schritt Teilhaber an Christi Leiden und Selbstaufopferung sein.“ – Zeugnisse, Band 9, S. 101. c. Beschreibe die Eigenschaft, die die Gläubigen der dreifachen Engelsbotschaft am meisten benötigen. 1. Korinther 13, 13. 4-8. „Die Wesenszüge, die unter Gottes Volk, das die Gebote hält, am meisten benötigt werden, sind Geduld, Langmut, Frieden und Liebe. Fehlt die Liebe, bedeutet dies Verlust, der nicht rückgängig gemacht werden kann.“ – Zeugnisse, Band 6, S. 396. 5. Sanfte Wiederherstellung 01.05. (Do) a. Wie wird ein wahrer Gläubiger handeln, wenn ein Christ sündigt, im Gegensatz zu dem, was Gläubige mit einem falschen Herzen oftmals tun? Galater 6, 1-3; Römer 15, 1-3. „Denkt daran, dass wir ein Werk der Wiederherstellung zu tun haben. Diese Arbeit darf nicht auf eine hochmütige, aufdringliche, herrschsüchtige Art und Weise getan werden. Sagt nicht durch euer Verhalten: ‚Ich habe die Macht und ich werde sie gebrauchen‘, während ihr den Irrenden mit Anklagen überschüttet. Verrichtet das Werk der Wiederherstellung ‚mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und siehe auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest.‘ Unsere Aufgabe für unsere Brüder besteht nicht darin, sie beiseite zu schieben und sie in Entmutigung und Verzweiflung zu stürzen, indem wir sagen: ‚Du hast mich enttäuscht; ich werde nicht versuchen, dir zu helfen.‘ Wer sich seiner Weisheit und Stärke brüstet und auf den Unterdrückten und Bedrängten herabschaut, der sich nach Hilfe sehnt, offenbart pharisäischen Geist und bekleidet sich mit selbsternannter Würde. Im Herzen dankt er Gott, dass er nicht so ist wie andere Menschen. Er betrachtet seinen Wandel als lobenswert und bildet sich ein, er sei zu stark, um in Versuchung fallen zu können. Aber: ‚So sich jemand lässt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrügt sich selbst.‘ (Vers 3.)“ – Zeugnisse, Band 6, S. 397. „Wer abgewandten Blickes den Irrenden den Rücken zukehrt und sie nicht daran hindert, ihren Weg ins Verderben fortzusetzen, ist kein Nachfolger Christi. Wer darauf aus ist, andere anzuklagen und sie vor den Richter zu bringen, lädt in seinem eigenen Leben oftmals mehr Schuld auf sich als sie. Die Menschen hassen den Sünder und lieben die Sünde. Christus dagegen hasst die Sünde und liebt den Sünder. Von diesem Geist müssen auch alle seine Nachfolger beseelt sein. Die christliche Liebe hält sich zurück im Tadeln, nimmt aber schnell echte Reue wahr. Sie ist immer bereit, dem Irrenden zu vergeben, ihn zu stärken, auf den Pfad der Gottesfurcht zu bringen und darauf zu erhalten.“ – Das Leben Jesu, S. 457. Fragen zur persönlichen Wiederholung 02.05. (Fr) 1. Erkläre die Falle, welche die Schriftgelehrten und Pharisäer für Jesus vorbereitet haben. 2. Wie zeigten die heuchlerischen Juden scheinbaren Respekt für das Gesetz? 3. Was mussten die anklagenden Juden über sich eingestehen? 4. Beschreibe die Hoffnung, die der irrenden Frau, die schlecht behandelt wurde, zuteilwurde. 5. Wie kann ich Jesus ähnlicher sein, wenn ich mit irrenden Seelen arbeite? |