Jesus und Abraham LEITTEXT: „Abraham, euer Vater, ward froh, dass er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn und freute sich.“ (Johannes 8, 56.) Zum Lesen empfohlen: Christi Gleichnisse, S. 267-269. 325-329. Erfahrungen und Gesichte, S. 138-142. „Mit allem Ernst hatte [Abraham] darum gebetet, noch vor seinem Tode den Messias sehen zu dürfen.“ – Das Leben Jesu, S. 464. 1. Söhne Abrahams 18.05. (So) a. Welchen Anspruch wiederholten die Pharisäer immer wieder? Johannes 8, 33. 39 (erster Teil). Was ist jedoch der Beweis einer solchen Zugehörigkeit? Johannes 8, 39 (letzter Teil). 56; Römer 9, 6-8. „Die Pharisäer hatten sich selbst als Kinder Abrahams bezeichnet. Jesus sagte ihnen, dass sie diesen Anspruch nur aufrechterhalten könnten, wenn sie auch die Werke Abrahams täten. Wahre Kinder Abrahams lebten so wie Abraham – im Gehorsam gegenüber Gott, und sie trachteten nicht danach, den einen zu töten, der zu ihnen von der Wahrheit sprach, die Gott ihm geschenkt hatte. Die Rabbiner taten nicht die Werke Abrahams, als sie ein Komplott gegen Christus schmiedeten. Die bloße Abstammung von Abraham war wertlos. Ohne geistliche Verbindung mit ihm, die sich dadurch gezeigt hätte, dass sie den Geist Abrahams besitzen und seine Werke tun, waren sie nicht seine Kinder. Dieser Grundsatz behält sein Gewicht auch für ein Problem, das lange die Christenheit beschäftigt hat – für das Problem der apostolischen Nachfolge. Für die Abstammung von Abraham entschieden weder Namen noch Stammbaum, sondern die Wesensgleichheit. Genauso beruht die apostolische Nachfolge nicht auf der Weitergabe kirchlicher Autorität, sondern auf der geistlichen Verwandtschaft. Ein Leben, das im Geiste der Apostel geführt wird, der Glaube und die Lehre, die sie verkündeten, sind der echte Beweis für die apostolische Nachfolge. Nur dadurch werden Menschen zu Nachfolgern der ersten Lehrer des Evangeliums.“ – Das Leben Jesu, S. 462. 463. 2. Nicht das, was sie zu sein vorgaben 19.05. (Mo) a. Wessen Söhne wurden die Juden, nachdem sie Christus verworfen haben, obwohl sie leibliche Nachkommen Abrahams waren? Johannes 8, 41-44. „Jesus sprach den Juden ab, Kinder Abrahams zu sein. Er sagte: ‚Ihr tut eures Vaters Werke.‘ Voller Spott antworteten sie ihm: ‚Wir sind nicht unehelich geboren; wir haben einen Vater, Gott.‘ Diese Worte sollten auf die Umstände seiner Geburt anspielen und Christus in den Augen jener Menschen herabsetzen, die gerade anfingen, an ihn zu glauben. Jesus ging auf die üble Anspielung gar nicht ein, sondern erwiderte: ‚Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn ich bin ausgegangen und komme von Gott.‘ Ihre Taten bezeugten ihre Verwandtschaft mit dem, der ein Lügner und Mörder war. ‚Ihr habt den Teufel zum Vater‘, erklärte Jesus, ‚und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm ... Ich aber, weil ich die Wahrheit sage, so glaubet ihr mir nicht.‘ (Johannes 8, 44. 45.) Die Tatsache, dass Jesus die Wahrheit mit innerer Überzeugung sagte, war der Grund dafür, dass ihn die Obersten der Juden nicht annahmen. Ausgerechnet die Wahrheit erzürnte diese selbstgerechten Männer. Sie legte deren Irrtümer und Trugschlüsse bloß und verurteilte ihre Lehren und ihr Handeln. Deshalb war sie nicht willkommen. Lieber verschlossen die jüdischen Führer die Augen vor der Wahrheit, als sich zu demütigen und ihren Irrtum einzugestehen. Sie liebten die Wahrheit nicht und hatten kein Verlangen nach ihr, eben weil es um die Wahrheit ging.“ – Das Leben Jesu, S. 463. b. Was macht uns zu Kindern Abrahams, und wie zeigten die jüdischen Obersten, dass sie keine wahren Kinder Abrahams waren? Galater 3, 6-9; Johannes 8, 40. „‚Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater!‘ Der Geist der Knechtschaft wird dadurch erzeugt, dass man danach trachtet die Religion rechtmäßig auszuüben, indem man versucht die Anforderungen des Gesetzes aus eigener Kraft zu erfüllen. Es gibt für uns nur Hoffnung, wenn wir uns in dem abrahamitischen Bund befinden, der der Bund der Gnade durch den Glauben an Jesus Christus ist. Das Evangelium, das Abraham gepredigt wurde, und durch das er Hoffnung erlangt hat, ist das gleiche Evangelium, das auch heute zu uns gepredigt wird, und durch das auch wir Hoffnung erlangen. Abraham schaute auf Jesus, der auch der Anfänger und der Vollender unseres Glaubens ist.“ – The Youth’s Instructor, 22. September 1892. 3. Der Charakter Christi 20.05. (Di) a. Auf welche Frage konnten die Feinde Jesus keine Antwort geben, die im Bezug zu seinem reinen Charakter stand? Johannes 8, 46 (erster Teil). „Während seines Lebens auf der Erde, entwickelte Christus einen vollkommenen Charakter. Er lebte in vollkommenem Gehorsam gegenüber den Geboten seines Vaters. Indem er als Mensch auf diese Welt kam und dem Gesetz Gottes untertan war, zeigte er den Menschen, dass er ihre Krankheit, ihre Leiden und ihre Schuld auf sich nahm, wurde aber nicht zu einem Sünder. Vor den Pharisäer konnte er sagen: ‚Welcher von euch kann mich einer Sünde zeihen?‘ Nicht ein einziger Sündenfleck konnte an ihm gefunden werden. Er stand als das makellose Lamm Gottes vor der Welt.“ – Sons and Daughters of God, S. 25. „Angesichts des Himmels, angesichts der nichtgefallenen Welten und angesichts der sündhaften Menschen lebte Jesus das Gesetz Gottes aus. Vor Engeln, Menschen und Dämonen hatte er – unangefochten – Worte gesprochen, die auf den Lippen anderer Menschen wie eine Lästerung gewirkt hätten: ‚Ich tue allezeit, was ihm [Gott] gefällt.‘ “ – Das Leben Jesu, S. 463. 464. b. Was sagt die Schrift über den Charakter Christi, außer das Jesus des Menschen Sohn ist? Hebräer 4, 15; 1. Petrus 1, 18. 19. „Der Glaube der Menschen an Christus als den Messias sollte nicht auf einem äußeren Erscheinungsbild beruhen, so dass sie etwa wegen seiner persönlichen Anziehungskraft an ihn glaubten, sondern vielmehr wegen seines ausgezeichneten Charakters, den sie an ihm sahen und der bei keinem anderen je gefunden wurde und nicht gefunden werden kann.“ – Bibelkommentar, S. 440. c. Wie sollte uns das Leben Jesu berühren? Philipper 2, 6-8. „Betrat unser Vorbild nicht einen schweren, selbstverleugnenden, opferbereiten, demütigen Weg um unsertwillen, um uns zu retten? Er begegnete Schwierigkeiten, erfuhr Enttäuschungen und erlitt Hohn und Anfechtungen in seinem Werk, um uns zu retten. Wollen wir uns da weigern, dem König der Herrlichkeit auf seinem Weg nachzufolgen? Wollen wir über Beschwernisse und Prüfungen im Werk des Überwindens um unserer selbst willen klagen, wenn wir an die Leiden unseres Erlösers in der Wüste der Versuchung, im Garten Gethsemane und auf Golgatha denken?“ – Zeugnisse, Band 3, S. 390. 4. Der Charakter der Nachfolger Christi 21.05. (Mi) a. Was ist das Ziel aller wahren Nachfolger Christi? 1. Petrus 1, 13-16. „Es ist unsere Aufgabe danach zu trachten in unserem Handlungsraum die Vollkommenheit zu erreichen, die Christus in seinem Leben auf der Erde in jedem Bereich seines Charakters erreicht hatte.“ – That I May Know Him, S. 130. b. Wie können wir dieses Ziel erreichen? Hebräer 12, 1-4; Galater 5, 6 (letzter Teil); Philipper 3, 12-15. 4; 4, 13. „Wie können wir die Vollkommenheit erreichen, die unser großer Lehrer, unser Herr und Erlöser uns gezeigt hat? Können wir seine Anforderungen erfüllen und einen so erhabenen Stand erreichen? Wir können es, sonst hätte uns Christus nicht ermutigt dies zu tun. Er ist unsere Gerechtigkeit. In seiner Menschlichkeit ist er uns vorausgegangen und hat für uns die Vollkommenheit des Charakters erwirkt. Wir bedürfen des Glaubens an ihn, der durch die Liebe wirkt und die Seele reinigt. Die Vollkommenheit des Charakters beruht darauf, was Christus für uns bedeutet. Wenn wir eine andauernde Abhängigkeit von den Verdiensten unseres Erlösers fühlen, und in seinen Fußspuren wandeln, dann werden wir ihm ähnlich, rein und unbefleckt sein.“ – That I May Know Him, S. 130. c. Wie können wir tatsächlich rein und ohne Fehl vor Gott werden? Römer 5, 18-20; Hebräer 10, 14. „Christus vergibt nur dem, der bereut, doch wem er vergibt, den bringt er zuvor zur Reue.“ – Für die Gemeinde geschrieben, Band 1, S. 415. „Der Sünder muss seinen Blick stets auf Golgatha richten; mit dem schlichten Glauben eines kleinen Kindes muss er in den Verdiensten Christi ruhen, seine Gerechtigkeit annehmen und seiner Gnade glauben… Was für eine Liebe ist das – was für eine große, unergründliche Liebe –, die Christus veranlasste, sein Leben für uns zu geben, als wir noch Sünder waren? Welcher Verlust für die Seele, die nur die starken Forderungen des Gesetzes, nicht jedoch die Gnade Christi, die doch so viel größer ist, versteht!“ – Für die Gemeinde geschrieben, Band 1, S. 404. 405. 5. Unser Charakter wird wie seiner 22.05. (Do) a. Wie sollen wir unsere Berufung und Erwählung festmachen? 2. Petrus 1, 4-11; Offenbarung 19, 8. „Gott verlangt jetzt, was er von Adam verlangte, nämlich vollkommenen Gehorsam, eine Gerechtigkeit ohne Makel und ohne Fehler in seinen Augen. Gott helfe uns, ihm alles zu geben, was sein Gesetz verlangt. Wir können das nicht ohne den Glauben tun, der die Gerechtigkeit Christi in die tägliche Praxis bringt.“ – Selected Messages, Bd. 2, S. 381. „Solange Satan regiert, müssen wir unser Ich verleugnen und Sünden, die uns bedrängen, überwinden. Solange unser Leben währt, werden wir keinen Ort, keinen Punkt erreichen, an dem wir innehalten und sagen könnten: Ich habe das Endziel erreicht! Nein, Heiligung ist die Frucht lebenslangen Gehorsams.“ – Das Wirken der Apostel, S. 558. „Wir müssen erkennen, dass es unser Vorrecht ist, durch den Glauben an ihn teilhaftig zu werden der göttlichen Natur, so dass wir der Verderbtheit entfliehen, die in der Welt durch die Begierde vorherrscht. Dann sind wir von aller Sünde und von allen Charaktermängeln gereinigt. Wir brauchen keine einzige sündhafte Neigung beizubehalten… Wenn wir der göttlichen Natur teilhaftig und ererbte und gehegte Neigungen zum Bösen aus dem Charakter entfernt werden, werden wir eine lebendige Kraft zum Guten. Indem wir täglich vom göttlichen Lehrer lernen, seiner Natur teilhaftig werden, wirken wir in der Überwindung der Versuchungen Satans mit Gott zusammen. Gott wirkt, und der Mensch wirkt, damit der Mensch eins mit Christus sei, so wie Christus eins mit Gott ist… Gott gibt uns die Kraft zum Überwinden. Wer seine Stimme hört und seine Gebote hält, wird befähigt, einen gerechten Charakter zu bilden.“ – Bibelkommentar, S. 491. 492. Fragen zur persönlichen Wiederholung 23.05. (Fr) 1. Warum konnten die Pharisäer das ewige Leben nicht aufgrund ihrer Blutslinie beanspruchen, und warum kann heute niemand auf Vorfahren oder Genetik als Schlüssel für die Erlösung vertrauen? 2. Erkläre die charakteristischen Eigenschaften der wahren Kinder Abrahams. 3. Was konnte Jesus in Bezug auf seinen Charakter ausrufen? 4. Welches Ziel wird jedem Christen gesetzt? 5. Wie können wir vor Gott als vollkommen und makellos erfunden werden? |