9. Lektion Sabbat, den 31. Mai 2025


Jesus und der blinde Mann

LEITTEXT: „Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht auf diese Welt gekommen, auf dass, die da nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden.“ (Johannes 9, 39.)

Zum Lesen empfohlen: Zeugnisse, Band 3, S. 604-610.

„Hiobs Leben zeigte, dass Satan Leiden verhängt, die Gott aus Gnaden außer Kraft setzt.“ – Das Leben Jesu, S. 467.

1. Falsches Verständnis 25.05. (So) 

a. Welche Frage stellten die Jünger Jesus, als sie den Mann sahen, der von Geburt an blind war? Johannes 9, 1. 2.

b. Welches falsche Verständnis über Leiden war sowohl bei den Juden als auch bei den Jüngern verbreitet, und wie profitierte Satan davon? Johannes 9, 34 (erster Teil).

„Die Juden glaubten ganz allgemein, dass die Sünde bereits in diesem Leben bestraft würde. In jeder Heimsuchung erblickten sie die Strafe für eine Übeltat, die der Leidende oder seine Eltern begangen hatten. Gewiss, alles Leiden stammt aus der Übertretung des göttlichen Gesetzes. Diese Wahrheit war jedoch verfälscht worden. Satan, der Urheber der Sünde mit all ihren Folgen, hatte die Menschen dazu gebracht, Krankheit und Tod als Maßnahmen Gottes zu sehen, als Strafe, die willkürlich wegen der Sünde verhängt wurde. Von daher kam es, dass jemand, der Kummer hatte oder im Unglück steckte, noch unter der zusätzlichen Belastung stand, als großer Sünder zu gelten.
So wurde der Weg für die Verwerfung Jesu durch die Juden vorbereitet: ‚Er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen.‘ Doch gerade deshalb hielten ihn die Juden ‚für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre‘, und sie verbargen ihr Angesicht vor ihm.“ – Das Leben Jesu, S. 467.

2. Zur Ehre Gottes 26.05. (Mo) 

a. Welche Antwort gab Jesus, die Licht in Bezug auf das Leiden und die Sünde brachte? Johannes 9, 3-5.


„Auch die Jünger teilten den Glauben der Juden über die Beziehung von Sünde und Leiden. Als Jesus ihren Irrtum berichtigte, sagte er ihnen jedoch nichts über die Ursache der Heimsuchung des Mannes, sondern verwies sie auf das Ergebnis: Es sollten ‚die Werke Gottes offenbar werden‘. Jesus stellte fest: ‚Dieweil ich bin in der Welt, bin ich das Licht der Welt.‘“ – Das Leben Jesu, S. 467.

b. Was tat Jesus kurz darauf, und wie wirkte der blinde Mann mit? Johannes 9, 6-7.

„Als er dann die Augen des Blinden mit einem Brei belegt hatte, schickte er ihn zum Teich Siloah, um sich dort zu waschen. Danach konnte der Blinde wieder sehen. Durch dieses Geschehen beantwortete Jesus die Frage seiner Jünger, wie er es im Allgemeinen tat, wenn ihm Fragen aus purer Neugier vorgelegt wurden. Die Jünger sollten sich nicht über das Problem streiten, wer gesündigt oder nicht gesündigt hatte, sie sollten vielmehr die Allmacht und Gnade Gottes begreifen, die dem Blinden das Augenlicht wiedergab. Es lag klar auf der Hand, dass weder der Lehmbrei noch der Teich, in dem sich der Blinde gewaschen hatte, Heilkräfte besaßen, sondern allein Christus.“ – Das Leben Jesu, S. 467. 468.

c. Beschreibe die verschiedenen Reaktionen der Nachbarn des geheilten Mannes, und erzähle das Gespräch, das zwischen ihm und seinen Nachbarn folgte. Johannes 9, 8-12.

„Die Nachbarn des jungen Mannes und alle, die ihn als Blinden gekannt hatten, sagten nun: ‚Ist dieser nicht, der dasaß und bettelte?‘ Zweifelnd schauten sie ihn an; denn nachdem seine Augen geöffnet waren, sah sein Gesicht ganz anders aus als vorher: es strahlte, und er schien ein anderer Mensch zu sein. Die Frage ging reihum. Einige meinten: ‚Er ist’s‘, andere wieder: ‚Nein, aber er ist ihm ähnlich.‘ Er selbst aber, dem dieser große Segen zuteil geworden war, löste das Problem mit dem Bekenntnis: ‚Ich bin‘s‘.“ – Das Leben Jesu, S. 468.

3. Eine Frage ufert aus 27.05. (Di) 

a. Zu wem brachten die jüdischen Obersten den blind geborenen Mann, und warum? An welchem Tag wurde er geheilt? Johannes 9, 13. 14.

b. Beschreibe die Reaktion der Pharisäer. Johannes 9, 15. 16.


„Die Pharisäer hofften, Jesus zu einem Sünder stempeln zu können, denn dann wäre er bestimmt nicht der Messias. Sie ahnten nicht, dass er, der den Blinden geheilt hatte, der Stifter des Sabbats war und dessen Ansprüche genau kannte. Sie selbst legten einen bemerkenswerten Eifer für die Heiligung des Sabbats an den Tag und planten ausgerechnet an diesem Tag einen Mord.“ – Das Leben Jesu, S. 468.

c. Wen beriefen die Pharisäer, um gegen den geheilten Mann auszusagen? Johannes 9, 18. 19.

„[Die Pharisäer] holten seine Eltern herbei und fragten: ‚Ist das euer Sohn, von welchem ihr sagt, er sei blind geboren?
Da hatte nun der Mann selber erklärt, dass er blind gewesen und sehend geworden sei; doch die Pharisäer wollten lieber ihre eigenen Sinne Lügen strafen, statt ihren Irrtum einzugestehen. So mächtig ist ein Vorurteil, so entstellt ist pharisäische Gerechtigkeit.“ – Das Leben Jesu, S. 469. 

d. Wie werden wir vor dem weitreichenden Übel gewarnt, eine voreingenommene Meinung zu haben? Sprüche 18, 13.

„Es gibt viele, die dem, was sie hören, ihre eigene Auslegung geben, so dass bei der Wiedergabe etwas ganz anderes herauskommt, als der Sprecher beabsichtigte. Einige hören, gefärbt durch eigene Vorurteile oder Voreingenommenheit, und verstehen die Sache so, wie sie wünschen, dass es sein sollte – wie es ihrem Zweck am besten dient.“ – Zeugnisse, Band 5, S. 725. 726.

4. Einschüchterungen begegnen 28.05. (Mi) 

a. Wie versuchten die Pharisäer die Eltern des blind geborenen Mannes einzuschüchtern, und wie antworteten diese? Johannes 9, 20. 21. Warum gaben sie eine ausweichende Antwort? Johannes 9, 22. 23.


„Den Pharisäern war noch die eine Hoffnung geblieben, die Eltern jenes Mannes einzuschüchtern. Scheinbar aufrichtig fragten sie: ‚Wie ist er denn nun sehend?‘ Die Eltern fürchteten, sich zu gefährden; denn es war erklärt worden, dass jeder, der Jesus ‚als den Christus bekannte, der sollte in den Bann getan werden‘. Er sollte für dreißig Tage aus der Synagogengemeinschaft ausgeschlossen sein. Während dieser Zeit durfte im Heim des Missetäters kein Kind beschnitten und kein Toter beklagt werden. Dieser Urteilsspruch galt als großes Unglück. Auf ihn folgte, wenn er nicht zur Reue führte, eine weit schwerere Strafe. Die große Segenstat, die ihrem Sohn widerfahren war, hatte die Eltern zwar überzeugt, dennoch antworteten sie: ‚Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren ist. Wie er aber nun sehend ist, wissen wir nicht; oder wer ihm hat seine Augen aufgetan, wissen wir auch nicht. Er ist alt genug, fragt ihn, lasst ihn selbst für sich reden.‘ Auf diese Weise entledigten sie sich der Verantwortung und schoben sie ihrem Sohn zu; denn sie wagten es nicht, sich zu Christus zu bekennen.“ – Das Leben Jesu, S. 469.

b. Woran sollen wir uns erinnern, wenn jemand versucht, uns einzuschüchtern? Psalm 118, 6.

„Bleibe standhaft, und tue nie etwas Falsches. Lass dich in diesem Fall lieber als Feigling beschimpfen. Lasse nicht zu, dass Spott, Drohungen oder höhnische Bemerkungen dich dazu bringen, dein Gewissen auch im Geringsten zu verletzen.“ – Fundamentals of Christian Education, S. 93.
„Der wahre christliche Charakter muss durch Festigkeit der Absicht und unbezwingbare Entschlossenheit, die weder durch Erde noch Hölle geprägt noch unterdrückt werden kann, gekennzeichnet sein. Wer nicht blind gegenüber der Anziehungskraft weltlicher Ehre, gleichgültig gegen Drohungen und Verlockungen ist, wird, für ihn selbst unerwartet, von Satans Verführungen überwunden werden.“ – Zeugnisse, Band 4, S. 590.
„Uns wird die heftigste Gegnerschaft von den Adventisten her begegnen, die sich gegen Gottes Gesetz stellen. Aber wie die Erbauer Jerusalems sollten auch wir uns von unserer Arbeit nicht ablenken und abhalten lassen; weder durch Gerüchte oder Boten, die Diskussionen oder Streit suchen, noch durch Einschüchterungen und Veröffentlichung von Unwahrheiten oder irgendwelchen von Satan angestifteten Anschlägen.“ – Zeugnisse, Band 3, S. 609.

5. Die Geschichte wiederholt sich 29.05. (Do) 

a. Beschreibe die Szene, mit der das Volk Gottes konfrontiert werden wird, das die Gebote Gottes hält, und wie wir darauf antworten sollen. Offenbarung 12, 17; Apostelgeschichte 4, 18-20.


„Sowie der Kampf sich auf neue Gebiete ausdehnt und die Aufmerksamkeit des Volkes auf das mit Füßen getretene Gesetz Gottes gelenkt wird, gerät Satan in Aufregung. Die Kraft, welche die Botschaft begleitet, wird jene rasend machen, die ihr widerstehen. Die Geistlichen werden mit beinahe übermenschlichen Anstrengungen das Licht zu verschließen suchen, damit es nicht auf ihre Herde scheine, und sie werden sich mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln bemühen, die Besprechung dieser wichtigen Fragen zu unterdrücken. Die Kirche wendet sich an den starken Arm der Staatsgewalt, und zwar werden sich Katholiken und Protestanten in diesem Bemühen vereinigen. Wenn die Bewegung, die Sonntagsfeier zu erzwingen, kühner und entschiedener wird, werden die Gesetze gegen diejenigen angerufen werden, die die Gebote Gottes halten. Man wird sie mit Geldstrafen und Gefängnis bedrohen; einigen wird man einflussreiche Stellungen und andere Belohnungen und Vorteile anbieten, damit sie ihrem Glauben entsagen. Ihre standhafte Antwort aber lautet: Beweist uns unseren Irrtum aus dem Worte Gottes – dieselbe Bitte, die Luther unter ähnlichen Umständen ausgesprochen hatte. Vor Gericht geführt, werden sie die Wahrheit eindeutig rechtfertigen, und manche Zuhörer werden sich entschließen, alle Gebote Gottes zu halten. So werden Tausende von Menschen das Licht sehen, die es sonst nie geschaut hätten.“ – Der große Kampf, S. 608.

b. Was müssen wir immer bedenken, wenn wir Widerstand verspüren? Johannes 9, 39; Apostelgeschichte 4, 33; Matthäus 10, 28.

„Drohungen konnten [die Apostel] weder daran hindern noch sie einschüchtern.“ – Das Wirken der Apostel, S. 50.

Fragen zur persönlichen Wiederholung 30.05. (Fr) 

1. Wie verurteilten die jüdischen Obersten die Kranken und Leidenden?
2. Wer und was heilte in Wirklichkeit den blinden Mann?
3. Warum wurden die Nachbarn des blinden Mannes verwirrt?
4. Welcher Situation sah sich der junge Mann nach seiner Heilung gegenübergestellt?
5. Wie kann ich vermeiden, in die Falle zu tappen, die seinen Eltern widerfuhr?

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