Bist du süchtig?

Ein Beitrag über Sucht, hat mich nachdenklich gemacht. Man trifft fast täglich und überall auf den Begriff „Sucht“. Die Erklärung dieses Begriffs ist wie folgt:
„Sucht ist der umgangssprachliche Begriff für verschiedene medizinisch-psychologische Krankheitsbilder.“ (Quelle: www.wikipedia.de)

„Sucht ist das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen und die sozialen Chancen eines Individuums.
Den sogenannten stoffgebundenen Süchten (z.B. Alkohol-, Nikotin-, Heroinsucht) kommt dabei nur eine repräsentative Bedeutung zu. Sie veranschaulichen in zwar drastischer, aber zugleich auch einschränkender Weise eine Erscheinung, der man auf allen Gebieten des menschlichen Erlebens und Verhaltens begegnen kann. 

Ob Arbeiten, Sammeln, Machtstreben, Kaufen, Spielen oder Sexualität – jede Form menschlichen Interesses kann in süchtiger Weise erkranken.
Grundsätzlich kann jeder Mensch süchtig werden. Da Sucht nicht auf den Umgang mit bestimmten Stoffen beschränkt ist, kann jede Form menschlichen Verhaltens zur Sucht werden (z.B. Magersucht, Arbeitssucht, Spielsucht, unkontrolliertes Verlangen nach sexueller Befriedigung).
Sucht ist in erster Linie eine Krankheit und bedarf ebenso einer Behandlung wie jede andere Erkrankung auch.“ (Quelle: www.sonderglocke.de)

Verschiedene Faktoren sind für die Entstehung einer Sucht verantwortlich. Die Wissenschaft listet sie so auf:
1.    Persönlichkeit
2.    Familiäres Umfeld
3.    Verfügbarkeit
4.    Erbgut 

Man kann nicht sagen, dass nur bestimmte Menschen oder Menschengruppen süchtig werden können. Jeder kann süchtig werden. Für jeden Menschen gibt es etwas, wozu er neigt. Und wenn derjenige eine schwache Persönlichkeit hat oder in einem familiären Umfeld lebt, in dem die Menschen selbst Probleme haben und die Gelegenheit sich anbietet, diesen Neigungen nachzugeben, weil das Angebot an Suchtmitteln in der unmittelbaren Nähe ist – dann liegt das Ergebnis auf der Hand. 

Es gibt zwei Arten von Süchten: 
- stoff-/ substanzgebundene
- nicht stoff-/ substanzgebundene

Wenn wir über Sucht reden, dann halten wir uns meistens an stoffgebundenen Süchte: Alkohol-,
Nikotin-, Koffein-, Heroin- oder Medikamentensucht. Das ist etwas, was wir sehen können, was man „anfassen“ kann, worüber wir in den Nachrichten hören können und womit wir vielleicht sogar Erfahrung gemacht haben.

Viele Menschen haben damit große Probleme. Sie können sich nicht mehr davon befreien. Was am Anfang Spaß sein sollte – und so sah es zuerst auch aus – ist am Ende ein großes Problem geworden – der Mensch ist süchtig (abhängig) geworden.

     Jede Sucht entsteht durch den Prozess: Erfahrung -> Wiederholung -> Gewöhnung (Missbrauch). 
Jeder Betroffene macht zuerst die Erfahrung mit dem Suchtmittel; zuerst zögerlich, man kennt es nicht. Es ist etwas Neues, aber man redet sich ein, dass es nicht so schlimm sei und wiederholt es immer und immer wieder… Der Mensch hat sich schließlich an dieses Suchtmittel so gewöhnt, dass er es nicht mehr lassen kann. 
Wenige, welche den ersten Schritt gewagt haben, haben gesagt: „Das ist nichts für mich, ich will das nicht.“ Man nimmt es so lange zu sich, bis es zur Gewohnheit wird. Der Mensch bildet sich ein, er könne damit aufhören, wann er will. Das ist aber eine Selbsttäuschung. Und wenn man merkt, dass diese Gewohnheit nicht mehr so harmlos ist, ist es oft zu spät. Man hat selbst nicht mehr die Kraft, aus der Sucht herauszukommen, und das Umfeld hat kein Interesse mehr an so jemandem.

Es gibt drei Wege, aus diesen stoffgebundenen Süchten herauszukommen oder sich davon zu befreien:
1.    Kalter Entzug
2.    Warmer Entzug
3.    Blitzentzug

Der andere Bereich der Süchte ist nicht stoffgebunden. Einige davon sind:
Arbeitssucht, Co-Abhängigkeit, Computersucht, Ess-Brechsucht, Fernsehsucht, Fresssucht, Internetsucht, Kaufsucht, Magersucht, Mediensucht, Pornografiesucht, Sammelsucht, Sexsucht, Spielsucht.

Über die anderen süchtigen Verhaltensweisen kann man nicht viele Statistiken finden. Viele Menschen, deren Verhaltensweise diese Symptome aufweist, schämen sich und suchen keine Hilfe oder merken es alleine nicht und sinken immer tiefer und tiefer in die Abhängigkeit.

Um aus der Sucht herauszukommen, ist auch ein Prozess notwendig, wie es auch beim Süchtigwerden der Fall war, nur dass dieser Weg viel beschwerlicher und langwieriger ist.
Die Frage, welche sich mir und dir stellt, ist sehr einfach: Bin ich süchtig? Wenn wir Süchte im Lichte des Worte Gottes betrachten, welche Frage stellt sich uns dann? Sind wir alle süchtig, sind wir alle Sünder oder sind wir alle süchtige (abhängige) Sünder?

Wenn wir als Erwachsene mit Kindern oder Jugendlichen sprechen und es um ihre Erziehung geht, versuchen wir ihnen deutlich zu machen, dass sie nicht rauchen, trinken oder irgendwelche schädlichen Substanzen zu sich nehmen sollen. Als Erwachsene wissen wir entweder aus eigener Erfahrung oder durch die Erfahrung der anderen, dass der Konsum solcher Stoffe gefährliche Folgen mit sich bringt. Statt solche Ratschläge dankbar anzunehmen, lehnen die Kinder und Jugendlichen sie manchmal ab und gehen ihren eigenen Weg der Erfahrung.

Wir denken uns: „Wie können sie nur so sein? Zu meiner Zeit waren die Jugendlichen viel besser und gehorsamer!“
War ich wirklich besser? Waren meine Eltern besser?
„Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allerlei Bäumen im Garten; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon isst, wirst du des Todes sterben.“ (1. Mose 2, 16. 17.)

„Und das Weib schaute an, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er lieblich anzusehen und ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte; und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon, und er aß. Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schürze“. (1. Mose 3, 6. 7.) 

Adam und Eva sind süchtig und ungehorsam geworden. Und das ist auf ihre Kinder übergegangen. Leider liegt die Neigung, ungehorsam zu sein, in unseren Genen. Der Kampf unserer Ureltern dagegen dauerte ihr ganzes Leben. Ihren Kindern konnten sie nur das zeigen, was der Ungehorsam mit sich bringt. Aus eigener Erfahrung sprachen sie über den wunderbaren und glücklichen Zustand, in dem sie sich einst befunden hatten. Dann hatte sie das Verlangen nach etwas Neuem, Unbekanntem in diese Lage gebracht. Aber heute, tausende Jahre danach, sind wir doch besser geworden, nicht wahr? Nein, es ist leider nicht wahr! Damals war es eine Frucht, heute machen wir es viel schlimmer. Von diesen Früchten nehmen Menschen nur das schlechteste – Alkohol, Nikotin, Koffein, Drogen.

Der Mensch will in die andere Sphäre kommen, in einen Zustand, wo es keine Probleme gibt, in einen Zustand des Glücks. Man soll es nur nehmen, überall wird es angeboten, man muss nur seine Hand ausstrecken – und bald ist man dort, wo man in Wirklichkeit nicht sein will. Genau wie Adam und Eva.

Und hat man einmal angefangen, ist es schwer wieder zurückzukommen. Auch wenn der Mensch es schafft, die schädlichen Substanzen nicht mehr einzunehmen, muss er die Folgen davon tragen, und der Kampf gegen das Verlangen dauert das ganze Leben.

Nehmen wir an, dass wir von den stoffgebundenen Süchten frei sind – wie ist es aber mit den nicht stoffgebundenen Süchten? Diese sind nicht so offensichtlich. Diese kann man viel länger als die anderen verstecken. Und wenn man selber weiß, dass etwas nicht mehr stimmt, kann man alles gut verbergen; aber diese Süchte sind genauso schädlich wie die anderen.

Wie ist es mit uns? Teilen wir nicht die Sünden in große und kleine Sünden ein? Für Gott aber sind alle Sünden gleich. Schaut mal in die Liste der nicht stoffgebundenen Süchte – vielleicht findest du eine davon bei dir. Niemand kennt dein Geheimnis, keiner merkt etwas. Du kommst zum Gottesdienst, du betest, du gibst den Zehnten, tust alles, was von dir verlangt wird. Aber etwas ist in dir, etwas, das dir keine Ruhe lässt
„Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, dass ich das ewige Leben möge haben?  Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote.  Da sprach er zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: ‚Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; ehre Vater und Mutter;‘ und: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘  Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf; was fehlt mir noch?  Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib‘s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!  Da der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt von ihm, denn er hatte viele Güter.“ (Matthäus 19, 16-22.)

Der junge Mann war süchtig – habsüchtig. Reich zu sein ist keine Sünde, aber habsüchtig zu sein, trennt dich vom Himmel. Das Geld hatte für den Jüngling größeren Wert als der Himmel.

Hier noch einige Süchte, von denen wir sehr oft lesen:
Klatschsucht, Herrschsucht, Rachsucht, Ehrsucht, Selbstsucht, Putzsucht, Vergnügungssucht, Habsucht, Kritiksucht, Modesucht, Prunksucht, Ruhmsucht, Streitsucht, Verschwendungssucht, Zweifelsucht, Eifersucht…
Die hier erwähnten Süchte haben für die Mediziner keine große Bedeutung, aber für den Himmel schon.
„Sucht ist die psychische Abhängigkeit von einer Substanz oder einer Verhaltensweise.“

Oft denken wir, dass es kein Problem für uns ist, uns von einer Gewohnheit zu trennen. Aber eine Gewohnheit ist nicht erst seit gestern da. Wir klatschen gerne (nicht nur heute), wir herrschen gerne (nicht nur heute), wir kaufen gerne, wir zweifeln usw. Es hat lange gedauert, bis unser Verhalten zur Gewohnheit wurde. 
Am Anfang haben wir gesagt, dass jede Sucht durch einen Prozess entsteht (Erfahrung -> Wiederholung -> Gewohnheit); daraus bildet sich der Charakter. Welche Gewohnheiten haben wir? Welchen Charakter haben wir? 

„Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist? oder durstig und haben dich getränkt? Wann haben wir dich als einen Gast gesehen und beherbergt? oder nackt und dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25, 37-40.)

Die hier erwähnten Personen haben sich keine Gedanken darüber gemacht, was sie zu tun hatten. Es war ihre Gewohnheit. Es war ihr Charakter. Das ganze Leben über haben sie so gehandelt. Wenn wir die angeführte Stelle weiter lesen, erfahren wir, wie die andere Gruppe von Menschen gehandelt hat:
„Da werden sie ihm antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig oder als einen Gast oder nackt oder krank oder gefangen und haben dir nicht gedient?  Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.“ (Matthäus 25, 44-45.)

Diese waren selbstsüchtig. Die Bedürfnisse der anderen waren ihnen egal. Und am Ende kam das Urteil.
Wenn dein Urteil gesprochen wird, wirst du positiv oder negativ überrascht sein? Hast du dich in deinen eigenen Augen als gut und vollkommen gesehen? Aber Gott kennt dich!


Schreibe eine Liste mit Dingen, die du gerne tust. Wie wichtig sind diese für dich? Welches Ausmaß haben sie angenommen? Nutzen sie jemandem oder nur dir selbst? Bist du den anderen oder sogar auch dir selbst lästig geworden? Prüfe dich selbst. Wenn du das von ganzem Herzen tust, wird dir der Herr helfen.  

„Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.  Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ (Matthäus 11, 28-29.)

Wenn  wir uns für solche Menschen einsetzen, wie reagieren wir und wie handeln wir? Wie behandeln wir unsere Kinder oder den Nächsten?
Die Medizin hat verstanden, dass Vorwürfe oder sogar  Strafen nichts bringen. Die Bibel sagt das schon seit Jahrtausenden:

„Jesus aber richtete sich auf; und da er niemand sah denn das Weib, sprach er zu ihr: Weib, wo sind sie, deine Verkläger? Hat dich niemand verdammt?  Sie aber sprach: Herr, niemand. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige hinfort nicht mehr!“ (Johannes 8, 10-11.)
Die Frau wurde weder verdammt noch gesteinigt. Sie wurde gewarnt.

„Darnach fand ihn [den geheilten Mann von Bethesda] Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe zu, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, dass dir nicht etwas Ärgeres widerfahre.“ (Johannes 5, 14.)
Dem Mann wurden keine großen Vorwürfe wegen seiner früheren Lebensweise gemacht, es wurde ihm nur eine Warnung für die Zukunft gegeben.

Lieber Leser, jung oder alt, gläubig oder ungläubig, sei nicht stolz. Dein Heiland wartet auf dich. Wenn du dich vor anderen oder sogar vor dir selber schämst – komm zu deinem Heiland. Kein Mensch muss etwas davon wissen. Öffne das Buch deines Lebens vor ihm und bitte ihn, alles zu korrigieren, was du in deinem Leben falsch gemacht hast. Er wird das für dich tun.

„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ ( Johannes 3, 16.)

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